Sterben für Putin: Deutsche kämpfen in der Ostukraine

Mehr als hundert Deutsche kämpfen laut einem Zeitungsbericht in der Ostukraine für die Milizen der pro-russischen Separatisten, unter den Freiwilligen sind ehemalige Bundeswehrsoldaten und eine Frau. Ein 33-Jähriger soll bereits ums Leben gekommen sein.

Euractiv.de
m Bürgerkrieg im Osten der Ukraine werden nach Erkenntnissen von Menschenrechtlern Zivilisten auf beiden Seiten willkürlich inhaftiert und gefoltert.
m Bürgerkrieg im Osten der Ukraine werden nach Erkenntnissen von Menschenrechtlern Zivilisten auf beiden Seiten willkürlich inhaftiert und gefoltert. [Foto: dpa]

Mehr als hundert Deutsche kämpfen laut einem Zeitungsbericht in der Ostukraine für die Milizen der pro-russischen Separatisten, unter den Freiwilligen sind ehemalige Bundeswehrsoldaten und eine Frau. Ein 33-Jähriger soll bereits ums Leben gekommen sein.

Der Ukraine-Konflikt wird Anziehungspunkt für junge Deutsche: Mindestens 100 Bundesbürger sollen in der Ostukraine im Dienst der pro-russischen Separatistenmilizen stehen. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Sicherheitsbehörden. Bei den Freiwilligen handele es sich um sogenannte Russlanddeutsche, ehemalige Soldaten der Bundeswehr, aber auch eine Frau ohne jeden Migrationshintergrund.

Viele von ihn prahlten in sozialen Netzwerken mit den vermeintlichen Heldentaten, posierten auf Fotos und in Videos mit Uniformen und Waffen, heißt es in dem Bericht. Oft würden sie ihre wahre Identität hinter Kampfnamen verstecken.

Der „Welt am Sonntag“ zufolge wurde in der Ostukraine auch bereits ein Bundesbürger getötet. Der 33-jährige Deutsch-Kasache starb demnach am 12. Februar in der Stadt Debalzewe durch einen Granatsplitter. Er habe zuvor in Schweinfurt gelebt. Nach Angaben von Freunden sei er am 25. Februar in Moskau beigesetzt worden, berichtet die Zeitung.

Das Bundesinnenministerium erklärte, es gebe Hinweise auf Einzelfälle. „Hinsichtlich deren politischer Motivation liegen bisher keine Erkenntnisse vor“, heißt es allerdings. Straftaten deutscher Staatsangehöriger im Ausland würden nicht toleriert. Falls man Erkenntnisse über eine mögliche Ausreise zur Teilnahme an Kämpfen in der Ukraine erlange, „würden diese nach Möglichkeit für ausreiseverhindernde oder -erschwerende Maßnahmen genutzt“, zitiert die „WamS“ das Innenministerium.

Das Justizministerium dagegen habe mitgeteilt, dem Generalbundesanwalt lägen „derzeit keine belastbaren Erkenntnisse dazu vor, dass sich aus Deutschland ausgereiste Personen bewaffneten Gruppierungen in der Ukraine angeschlossen haben“. Dennoch würden die Hinweise überprüft.

Der Kampf in der Ostukraine ist – anders als bei der Terrormiliz Islamischer Staat – nach deutschem Recht nicht strafbar.