Strom- und Kraftstoffpreise in Spanien unter den niedrigsten in EU

Die Strompreise in Spanien sind im Vergleich zum EU-Durchschnitt derzeit um etwa 26 Prozent niedriger, während die Kraftstoffpreise in den letzten sechs Wochen einen Rückgang von 11 Prozent verzeichneten und sich somit auf Märzniveau zurückfallen.

Euractiv.de
Spanish Government subsidizes fuel price amid Ukraine invasion
Auch die Benzin- und Dieselpreise an den spanischen Tankstellen sind leicht zurückgegangen  (1,903 Euro pro Liter für Benzin und 1,893 für Diesel), wie in der letzten Ausgabe des Ölbulletins der Europäischen Kommission angegeben, die am Montag (1. August) veröffentlicht wurde. [ EPA-EFE/David Arquimbau Sintes]

Die Strompreise in Spanien sind im Vergleich zum EU-Durchschnitt derzeit um etwa 26 Prozent niedriger, während die Kraftstoffpreise in den letzten sechs Wochen einen Rückgang von 11 Prozent verzeichneten und somit auf Märzniveau zurückfallen.

Die relativ günstigen Stromrechnungen für spanische und portugiesische Verbraucher sind größtenteils der am 15. Juni mit der EU vereinbarten Gaspreisobergrenze zu verdanken. Die sogenannte „iberische Ausnahmeregelung“ ermöglicht es auf den Stromgroßhandelsmärkten Spaniens und Portugals, die Berechnung der Strompreise von den hohen Gaspreisen zu trennen.

Somit werden „Ansteckungseffekte“ beseitigt, bei denen die hohen EU-weiten Gaspreise sich auf die Preise aller anderen Energieträger für die Stromerzeugung auswirken und diese weiter ansteigen lassen.  Da Spanien über einen höheren Anteil an erneuerbaren Energiequellen verfügt und günstigeres Gas aus Algerien bezieht, fielen entsprechend die Strompreise für Verbraucher.

Die derzeitigen Strompreise befinden sich zwar auf einem nationalen Rekordhoch, doch wären diese um 18 Prozent höher als wenn diese Preisobergrenze nicht eingeführt worden wäre, wie Experten gegenüber der Zeitung El País erklärten.

Auch die Benzin- und Dieselpreise an den spanischen Tankstellen sind leicht zurückgegangen  (1,903 Euro pro Liter für Benzin und 1,893 für Diesel, einschließlich Abgaben und Steuern), wie aus der letzten Ausgabe des Ölbulletins der Europäischen Kommission hervorgeht, die am Montag (1. August) veröffentlicht wurde. Noch zu Vorkriegszeiten (21. Februar) lag der Benzinpreis bei 1,592 Euro pro Liter und der für Diesel bei 1,479 Euro.

Nach Moskaus Einmarsch in der Ukraine am 24. Februar haben die westlichen Sanktionen gegen Russland – der wichtigste Energielieferant und größter Diesellieferant in Europa, die ohnehin schon hohen Strom- und Kraftstoffkosten weiter angeheizt.

Portugal und Spanien forderten daraufhin eine Deckelung der Gaspreise, um die Endverbraucher zu entlasten. Zudem beschloss die Madrider Regierung die Einführung Anfang April eines Tankrabatts von 20 Cent pro Liter, und die im Juni auf weitere drei Monate bis Ende September verlängert wurde.

Nach Einrechnung der staatlichen Subvention sinken die Kraftstoffpreise an der Zapfstelle für spanische Autofahrer auf das Niveau von Anfang März, kurz nach Kriegsbeginn.

[Bearbeitet von Oliver Noyan]