Umweltzerstörung ist die neue achte „Todsünde“
In einem neuen Dokument, das diese Woche mit Genehmigung des Papstes veröffentlicht wurde, schlägt die Kirche den Begriff einer „Sünde gegen die Schöpfung und den Schöpfer“ vor.
Umweltaktivisten haben möglicherweise einen unerwarteten Verbündeten gefunden: die römisch-katholische Kirche.
In einem neuen Dokument, das diese Woche mit Genehmigung des Papstes veröffentlicht wurde, schlägt die Kirche den Begriff einer „Sünde gegen die Schöpfung und den Schöpfer“ vor.
Die Argumentation hinter einer „ökologischen Sünde“ ist recht einfach. Umweltzerstörung bedeutet aus christlicher Sicht, gegen Gottes Schöpfung zu verstoßen und den nachfolgenden Generationen Schaden zuzufügen.
Das Dokument liefert eine sogenannte „mutige Diagnose“ und beschreibt die heutige ökologische und soziale Krise als „kurzsichtig und selbstzerstörerisch“:
Die spirituelle Botschaft ist ebenso direkt. Das ehrliche Eingestehen dieser Sünde, so der Vatikan, solle den Weg zu einer „ökologischen Bekehrung“ ebnen. „Die ökologische Frage ist eine theologische Frage“, heißt es in dem Text. Damit stellt der Vatikan den Klimaschutz effektiv in den Kontext moralischer Verantwortung.
Dringend handeln
Anschließend ruft er „alle“, insbesondere Menschen in öffentlichen Ämtern, dazu auf, dringend zu handeln, um den Planeten zu schützen und unser „gemeinsames Zuhause“ bewohnbar zu erhalten.
Zudem erinnert er an das „Sabbat-Prinzip“, also die Idee, dass ein Tag pro Woche der Ruhe, dem Gebet und der Erholung der Erde gemäß ihrer natürlichen Rhythmen gewidmet sein sollte. Fast schon ein Rebranding von Fridays for Future, nur eben sonntags.
Das Dokument erscheint in derselben Woche, in der das Umweltprogramm der Vereinten Nationen davor warnte, dass das Ziel des Pariser Abkommens, die globale Erwärmung unter 1,5 °C zu halten, zum Scheitern verurteilt sei.
(bw)