Veolia fordert Wandel zu „wassersparender Wirtschaft” [DE]
Um die Herausforderung der Wasserknappheit zu meistern, muss die Welt eine „Dehydrierung“ der Wirtschaft voranbringen, gegen Wasserverschwendung kämpfen und alternative Ressourcen besser nutzen, wie zum Beispiel Abwasser, sagte Antoine Frérot, Geschäftsführer von Veolia Water in einem Interview mit EURACTIV.
Um die Herausforderung der Wasserknappheit zu meistern, muss die Welt eine „Dehydrierung“ der Wirtschaft voranbringen, gegen Wasserverschwendung kämpfen und alternative Ressourcen besser nutzen, wie zum Beispiel Abwasser, sagte Antoine Frérot, Geschäftsführer von Veolia Water in einem Interview mit EURACTIV.
Der erste Grund für Knappheit hänge mit dem städtischen Wachstum zusammen und dem Entzug des benötigten Wassers aus der Natur, sagte Frénot. „Der erste Weg wäre also die Wirtschaft und den Lebensstil zu entwässern und gegen Wasserverschwendung zu kämpfen. Außerdem muss man alternative Ressourcen wie Abwasser in Betracht ziehen.“´
Trotzdem unterstrich er, dass man überlegen sollte, ob man weniger verbrauchen sollte oder der Natur weniger Wasser entziehen sollte und ob der wirtschaftliche Aspekt des Wassermanagements Änderungen benötige.
Während bessere Hygiene das erste Ziel moderner Wassermanagementsysteme gewesen sei, seien in den letzten Jahren Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Bezug auf Wassermanagement, auf der politischen Agenda immer wichtiger geworden.
„Wenn wir nun auf der einen Seite, aufgrund der Hygiene, den Konsum erhalten oder erhöhen müssen und auf der anderen Seite den Konsum aus Gründen des Umweltschutzes senken müssen, dann müssen wir einen Weg finden dies mit beiden Zielen, mit dem alten und dem neuen, technisch und wirtschaftlich vereinbar zu machen“ so Fréot weiter.
Der Aussage Fréots zufolge ist der erste Schritt, um die beiden Ziele mit einander zu vereinen, die komplette Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU, „die besagt, dass sich alle Begünstigten an einer guten Wasserpolitik, proportional zur Finanzierung seiner Vorteile, beteiligen sollen“.
Die Finanzierung von Wassersystemen und -dienstleistungen müsse zwischen Verbrauchern und Steuerzahlern geregelt werden.
Die Wasserrahmenrichtlinie, die 2000 in Kraft getreten ist, verlangt von den Mitgliedsstaaten, dass sie bis 2010 eine Preispolitik für Wasser einführen, um Konsumenten zu ermutigen Wasser effizienter zu nutzen.
Andere Schritte beinhalten „das Festsetzen von Finanzierungen und Preisen für das Wassermanagement und für Wasserdienste an Leistungs- bzw. Effizienzindikatoren für den Verbrauch von Wasser“. Außerdem sollte man den Wasserentzug von vom Konsum abkoppeln, so Frérot weiter. „Wenn man zum Beispiel Wasser wieder verwendet dann wäre dies Wasserverbrauch aber keine Wasserentnahme, also müssten wir wahrscheinlich mehr zahlen, wenn wir Wasser entnehmen, als wenn wir es nur konsumieren würden“, sagte er weiter.
Private Unternehmen bieten der Industrie und der Landwirtschaft bereits Technologien an, die es ihnen ermöglichen ihren Wasserverbrauch zu senken. „Wenn eine Branche besonders viel Wasser zu unwichtigen Zwecken wie z.B. zur Reinigung verbraucht, dann wäre natürlich der erste Fortschritt, Abwasser zu recyclen.“
In Einzelfällen, wie bei Raffinerien, die z.B. in Katar, Saudi Arabien, Kalifornien und Australien sehr viel Wasser verbrauchen und wenn die Industrie durch die Gesetzgebung zu drastischen Senkungen ihres Wasserverbrauchs gezwungen wird, „können wir diesen Industrien auch Lösungen anbieten, die es ihnen erlauben, das gesamte Wasser das sie verwenden zu recyceln“, betonte Frérot.
Da Wassermangel in der EU weitaus unbedeutender ist, als in den zuvor erwähnten Ländern, glaubt Frérot, dass europäische Unternehmen und Landwirte auch dazu gebracht werden könnten ihren Verbrauch zu senken, indem sie ihre Gewohnheiten Schritt für Schritt änderten.
Führung sei im Bezug auf Wassermanagement, für alle Interessengruppen entscheidend und ineffiziente Wassernutzung sei „unmoralischer als alles andere“, „weil es falsch ist, Menschen den Zugang zu Wasser zu versperren, wenn es Lösungen gibt“, folgerte er.