Zwei Drittel der ukrainischen Flüchtlinge dürfen in Tschechien auf Dauer bleiben
Tschechien hat inzwischen über 233.000 Visa für Menschen ausgestellt, die aufgrund der russischen Aggression aus der Ukraine geflohen sind. Die Dunkelziffer sei aber höher.
Tschechien hat inzwischen über 233.000 Visa für Menschen ausgestellt, die aufgrund der russischen Aggression aus der Ukraine geflohen sind. Nach Regierungsangaben dürfen 200.000 von ihnen auf unbestimmte Zeit bleiben.
Die tatsächliche Anzahl an ukrainischen Flüchtlingen, die sich in der Tschechischen Republik aufhalten, ist wahrscheinlich höher. Nach Angaben von Premierminister Petr Fiala sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine etwa 300.000 Flüchtlinge in der Tschechischen Republik angekommen. Fast die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder, und vier Fünftel der Erwachsenen sind Frauen.
Die Regierung schätzt, dass vielleicht 200.000 Flüchtlinge aus der Ukraine auf Dauer in der Tschechischen Republik bleiben könnten. Da das Land mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert ist, könnten die örtlichen Arbeitgeber Ukrainer:innen willkommen heißen.
Um in der Tschechischen Republik arbeiten zu können, ist es jedoch notwendig, die tschechische Sprache zu lernen.
„Es ist jetzt eine wirklich große Herausforderung, in den nächsten Wochen mit massiven Sprachkursen zu beginnen, damit Menschen, die sogar relativ hohe Qualifikationen haben, in ihren Fachgebieten arbeiten können“, sagte Arbeitsminister Marian Jurečka, zitiert von der Tschechischen Nachrichtenagentur (CTK).
Ein weiteres Thema ist die Integration der ukrainischen Kinder. Wie CTK berichtete, schätzt das Bildungsministerium, dass rund 200.000 Euro in tschechische Schulen investiert werden sollten, um ukrainische Kinder angemessen unterrichten und betreuen zu können.
Seit Dienstag, dem 29. März, erhalten Kriegsflüchtlinge einen vorübergehenden Schutzstatus und können sich bis zu einem Jahr lang in der Tschechischen Republik aufhalten. Während dieses Jahres haben sie Zugang zur öffentlichen Krankenversicherung, zum Bildungswesen, zum Arbeitsmarkt und das Recht auf zusätzliche Unterstützung wie eine Unterkunft.
Aufgrund des Zustroms von Flüchtlingen beabsichtigt die Regierung, den Ausnahmezustand um etwa zwei Monate zu verlängern.