Abwanderung von Arbeitskräften führt zu Engpässen in neuen Mitgliedstaaten [DE]

Wie eine neue Weltbankstudie belegt, haben Arbeitnehmer aus Mittel- und Osteuropa, die in den alten Mitgliedstaaten arbeiten, nur wenig Einfluss auf die dortige Wirtschaft. Jedoch müssen ihre Herkunftsländer mittlerweile auf Arbeitskräfte aus den östlichen Nachbarstaaten der EU zurückgreifen.

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Wie eine neue Weltbankstudie belegt, haben Arbeitnehmer aus Mittel- und Osteuropa, die in den alten Mitgliedstaaten arbeiten, nur wenig Einfluss auf die dortige Wirtschaft. Jedoch müssen ihre Herkunftsländer mittlerweile auf Arbeitskräfte aus den östlichen Nachbarstaaten der EU zurückgreifen.

Die Regierungen sollten mehr Initiative beim Umgang mit Arbeitsmigration zeigen. Zu diesem Schluss kommt die Weltbank in ihren Empfehlungen zur Förderung des europäischen Wirtschaftswachstums. Die Weltbank schlägt auch vor, dass die Regierungen der neuen Mitgliedstaaten aus Mittel- und Osteuropa einen liberaleren Ansatz für den Einsatz von Arbeitnehmern aus den östlichen Nachbarländern der EU entwickeln sollten.

Der Weltbankbericht stellt zudem fest, dass die Arbeitsströme nach der Erweiterung einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Entsendeländer hätten. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitskräftemangel, wie schon in den baltischen Staaten und Polen sichtbar. Der Einfluss auf die dortigen Volkswirtschaften sei bereits spürbar und könnte das Wirtschaftswachstum mittelfristig verlangsamen, so der Bericht.

Zur Abhilfe empfiehlt die Weltbank den neuen Mitgliedstaaten, auf billige Arbeitskräfte aus den östlichen Nachbarländern zurückzugreifen. Die wichtigsten Entsendeländer könnten nach Ansicht der Weltbank bald zu solchen Maßnahmen gezwungen sein. Auch Steuererleichterungen in den von Arbeitskräftemangel betroffenen Branchen könnte Erleichterung bringen. Die Regierungen der mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten sollten dort Lohnzuschüsse zahlen, wo im Staatswesen Arbeitskräfte fehlten (insbesondere im Gesundheitssektor) und dort investieren, wo die Kosten für Arbeitskräfte, insbesondere in der privaten Bauwirtschaft, steigen. 

Der Weltbankbericht unterstützt mit Blick auf die Arbeitsmärkte Großbritanniens und Irlands auch den Befund der Kommission, dass eine Öffnung der Märkte für Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedstaaten positiven Einfluss auf die gesamte Wirtschaft habe. Abwandernde Arbeitskräfte würden durch Anreize der Arbeitsmärkte und nicht durch die Vorteile der Wohlfahrtssysteme angelockt, weswegen es auch keine Beweise für die Behauptung gäbe, dass die abgewanderten Arbeitskräfte aus Mittel- und Osteuropa die britischen Arbeitslosenzahlen erhöhen würden, so die Weltbank. Der Bericht nennt zudem Zahlen, nach denen auch die Löhne in den Zielländern unter dem Zustrom von ausländischen Arbeitnehmern nicht gelitten hätten.

Die von dem neokonservativen Amerikaner Paul Wolfowitz geführte Weltbank ist kürzlich kritisiert worden, weil sie in ihren Berichten immer wieder deregulierende Maßnahmen empfehle.