Albanien setzt mit zwei neuen Feldern Erdgaskurs fort
Die albanische Regierung hat die Genehmigung für zwei neue Solarparks und ein Abkommen über zwei Gasfelder bekannt gegeben. Dies ist Teil der Bemühungen, den Energiesektor des Landes zu diversifizieren.
Die albanische Regierung hat die Genehmigung für zwei neue Solarparks und ein Abkommen über zwei Gasfelder bekannt gegeben. Dies ist Teil der Bemühungen, den Energiesektor des Landes zu diversifizieren.
Albanien erzeugt derzeit fast 100 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft. Da das Land jedoch nicht in der Lage ist, diese Energie zu speichern, wird im Sommer ein großer Teil davon verkauft, während im Winter fossile Energie zu einem höheren Preis aus den Nachbarländern bezogen wird.
Seit der russischen Invasion in der Ukraine und dem Bestreben, die Abhängigkeit von Energie aus dem Osten zu verringern, setzt Albanien auf die Vergasung und die Erschließung erneuerbarer und nachhaltiger Energiequellen.
Die Ministerin für Energie und Infrastruktur Belinda Balluku sprach am Mittwoch (8. Juni) vor Journalist:innen, um die Pläne anzukündigen.
„Heute haben wir zwei Photovoltaik-Parks genehmigt, die in der Region Korca mit jeweils 20 MW (Megawatt) ohne Unterstützung des albanischen Staates gebaut werden, denn es handelt sich um rein private Investitionen. Es sind Investitionen von lokalen Unternehmen, aber sie fallen mit einer sehr schwierigen Situation in Bezug auf die Stromversorgung zusammen“, sagte sie.
„Eine weitere Entscheidung ist der Entscheidungsentwurf für die Genehmigung des Kohlenwasserstoffabkommens mit der Produktionsabteilung für die Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Erdgasquelle in Frakull und Povelce.“
Sie fügte hinzu, dass beide Gasvorkommen im Besitz des staatlichen Unternehmens Albpetrol sind, jedoch an private Unternehmen übertragen werden sollen. Allerdings wird die Regierung während der Erkundungsphase rund 500.000 Dollar (etwa 475.500 Euro) investieren, „eine wichtige Investition in der Krise“, sagte Balluku den Medien.
Im Mai beantragte die Gasgesellschaft Delvina beim Staat die Fortsetzung der Erkundung des Delvina-Feldes nach Erdgas. Es wird vermutet, dass die Region über eine Produktionskapazität von acht- bis zehntausend Kubikmetern pro Tag verfügt.
Der Delvina-Block umfasst eine Fläche von 234 Quadratkilometern und ist relativ unerforscht. Laut der Website des Unternehmens ist es das Ziel, „weitere Bohrungen durchzuführen, um die Menge des geförderten Gases zu erhöhen“.
Neben der Diversifizierung der Energiequellen strebt Albanien auch danach, sich als Drehscheibe für den Verkauf von Erdgas in die EU zu etablieren. Die schwimmenden Gasterminals in Vlora sollen im Rahmen eines von der US-Firma Excelerate Energy Inc. geleiteten Projekts mit dem Kraftwerk Vlora zusammenarbeiten.
Ebenfalls im Mai wurde eine Absichtserklärung zwischen dem US-Unternehmen Linden Energy, dem bulgarischen Energieriesen Overgas und dem albanischen Staatsunternehmen Albgaz unterzeichnet.
Die Vereinbarung sieht vor, dass Overgas Erdgas aus dem noch nicht funktionsfähigen Terminal in Vlora beziehen könnte.