Angst vor Verlust des privaten Umfelds hindert Europäer am umziehen [DE]

Eine Analyse von Eurofound zu neuen Eurobarometerzahlen belegt, dass die Angst, das private Umfeld zu verlieren, Europäer am häufigsten daran hindert, für einen besseren Arbeitsplatz umzuziehen.

Eine Analyse von Eurofound zu neuen Eurobarometerzahlen belegt, dass die Angst, das private Umfeld zu verlieren, Europäer am häufigsten daran hindert, für einen besseren Arbeitsplatz umzuziehen.

Eine Eurofound-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Europäer theoretisch dazu bereit sind, für einen Arbeitsplatz auch den Wohnort zu wechseln. In der Realität sind aber nur wenige Europäer tatsächlich mobil. So schätzen 62% die Mobilität als positiv ein, jedoch haben bisher nur 4% der Europäer jemals in einem anderen Mitgliedstaat gelebt und weniger als 3% sind in ein Land außerhalb der EU gezogen. Nur 3,1% erwägen, im Laufe der nächsten Jahre möglicherweise in ein anderes EU-Land zu ziehen. 

Die wichtigsten Gründe, die die Europäer dazu bewegen, in einen anderen Mitgliedstaat zu ziehen, sind die Möglichkeit, ein neues Umfeld kennenzulernen sowie die Aussicht, einen attraktiveren Arbeitsplatz zu finden und ein höheres Einkommen zu erwirtschaften. Eurofound bringt jedoch Zweifel zum Ausdruck, ob es möglich sein wird, auch die „sesshaften“ 95% der Europäer zu einem solchen Schritt zu bewegen: Viele Europäer nennen als größtes Risiko im Zusammenhang mit einem Umzug ins Ausland, dass das soziale Umfeld verloren gehen könnte. Hinzu kommt die Sorge, das Familienleben durch einen Umzug zu beeinträchtigen. Diese Aspekte bilden die größten Mobilitätshindernisse für die Europäer.

Die Bürger aus den zehn neuen Mitgliedstaaten haben weniger Erfahrung damit, im Ausland zu leben als die Bürger aus den alten Mitgliedstaaten. Aus den mittel- und osteuropäischen Staaten leben nur 1% der Bürger im Ausland und nur 3% können sich vorstellen, in den nächsten fünf Jahren in einen anderen EU-Mitgliedstaat zu ziehen. Nach den Schätzungen von Eurofound werden die Mittel- und Osteuropäer auch in der Zukunft sesshafter bleiben als die Westeuropäer. Nur 3% der Bürger aus den neuen Mitgliedstaaten planen einen Umzug, im Gegensatz zu 5% aus den alten Mitgliedstaaten. Demnach scheint die Angst vor einer großen Einwanderungswelle aus Mittel- und Osteuropa, die in einigen der alten Mitgliedstaaten herrscht, grundlos zu sein.