Arbeitslosenquote in Frankreich auf tiefstem Stand seit elf Jahren
Die Zahl der Arbeitssuchenden in Frankreich ist im letzten Quartal 2022 um 3,6 Prozent auf 3,05 Millionen gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit 2011 erreicht. Die französische Zentralbank warnt jedoch, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2023 wieder steigen könnte.
Die Zahl der Arbeitssuchenden in Frankreich ist im letzten Quartal 2022 um 3,6 Prozent auf 3,05 Millionen gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit 2011 erreicht. Die französische Zentralbank warnt jedoch, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2023 wieder steigen könnte.
Im Laufe des Jahres 2022 ging die Zahl der Arbeitssuchenden um 9,3 Prozent zurück, wie aus den jüngsten Daten des französischen Arbeitsministeriums hervorgeht, die am Mittwoch (25. Januar) veröffentlicht wurden.
Berücksichtigt man jedoch die Personen, die Teilzeit arbeiten, aber gerne mehr arbeiten würden, so hält sich der Gesamtrückgang der Zahl der Arbeitsuchenden im letzten Quartal mit 0,8 Prozent und im gesamten Jahr mit 5,1 Prozent jedoch in Grenzen.
Der Rückgang der Arbeitsuchenden ist besonders deutlich bei den 18- bis 25-Jährigen (-9,8 Prozent) und den über 50-Jährigen (-8,9 Prozent). Die französischen Überseegebiete sind in den Daten nicht berücksichtigt.
Nach Angaben des nationalen Statistikamtes lag die nationale Arbeitslosenquote im dritten Quartal 2022 bei 7,3 Prozent. Die neue Arbeitslosenquote für die letzten drei Monate des Jahres 2022 (als Anteil an den Erwerbspersonen) wurde noch nicht veröffentlicht.
Im Vergleich dazu lag die Beschäftigungsquote in der Eurozone im November bei 6,5 Prozent und damit auf einem Rekordtief.
Anstieg der Arbeitslosenquote im Jahr 2023
Dies mag zwar für die Widerstandsfähigkeit der französischen Wirtschaft sprechen, die sich gerade in einer wachstumsschwachen Phase befindet. Allerdings warnte die französische Zentralbank in ihren gesamtwirtschaftlichen Prognosen für 2023 davor, dass das schleppende Wirtschaftswachstum die Arbeitslosigkeit wieder antreiben könnte. Bereits im Jahr 2024 könnte sie wieder auf 7,5 bis 8,2 Prozent ansteigen, so die Zentralbank.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich das Ziel gesetzt, die Arbeitslosigkeit bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2027 auf 5 Prozent zu senken.
Dies geschieht auch inmitten einer Reihe von strukturellen Wirtschaftsreformen, die auf Arbeitslosenunterstützung und das Rentensystem abzielen.
So hat Macron beispielsweise das Arbeitslosensystem umgekrempelt. Wenn die Arbeitslosigkeit unter 9 Prozent fällt, dann sinkt die Dauer des Leistungsanspruchs um 25 Prozent. Wenn die Arbeitslosigkeit hingegen über 9 Prozent oder um mehr als 0,8 Prozentpunkte innerhalb von drei Monaten steigt, wird die Anspruchsdauer wieder erhöht.
Dadurch will Macron in konjunkturstarken Phasen Anreize schaffen, damit sich Arbeitssuchende stärker um eine Anstellung bemühen.
Gleichzeitig wird dem Parlament in der nächsten Woche eine Rentenreform vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die Anhebung des Mindestrentenalters von 62 auf 64 Jahre. Laut der Regierung würde dies die Beschäftigungsquoten der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen weiter erhöhen.
[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]