Aussagen über "Undankbarkeit": Ukraine bestellt polnischen Botschafter ein
Vor dem Hintergrund jüngster Äußerungen von Marcin Przydacz, dem Staatssekretär im Kanzleramt des polnischen Präsidenten Andrzej Duda, hat das ukrainische Außenministerium den polnischen Botschafter vorgeladen.
Vor dem Hintergrund jüngster Äußerungen von Marcin Przydacz, dem Staatssekretär im Kanzleramt des polnischen Präsidenten Andrzej Duda, hat das ukrainische Außenministerium den polnischen Botschafter vorgeladen.
Nach Angaben von Oleh Nikolenko, dem Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, betonte die ukrainische Seite beim Treffen mit Botschafter Bartosz Cichocki, Behauptungen, wie sie Przydacz aufgestellt hatte, über angebliche „Undankbarkeit“ der Ukrainer für die polnische Hilfe würden „nicht der Realität entsprechen“ und seien „nicht akzeptabel.“
Weiter sei betont worden, dass die ukrainisch-polnische Freundschaft weit über politische Zweckmäßigkeiten hinausgehe und dass die Politik nicht das Verständnis und die Stärke der Beziehungen zwischen den beiden Nationen infrage stellen dürfe.
Zuvor hatte Marcin Przydacz in einem Interview mit polnischen Medien erklärt, die Ukraine habe von Polen erhebliche Unterstützung erhalten, und es sei an der Zeit, dass die Ukraine die Rolle zu würdigen beginne, die Polen in den letzten Monaten und Jahren für sie gespielt habe.
Unterdessen bezeichnete das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Behauptung des polnischen Beamten, Kyjiw wisse die von Polen geleistete Hilfe nicht ausreichend zu schätzen, als unbegründet.
Die Ukraine ist gezwungen, ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf dem Land- und Flussweg zu exportieren, nachdem Russland sich aus der Schwarzmeer-Getreide-Initiative zurückgezogen und begonnen hat, ukrainische Häfen zu beschießen, wodurch die Exporte auf dem Seeweg blockiert werden.
Einige westliche Nachbarn der Ukraine erklärten sich bereit, bei den Ausfuhren zu helfen, jedoch „nicht auf Kosten ihrer eigenen Landwirte.“
Der polnische Landwirtschaftsminister Robert Telus erklärte zuletzt, Polen sei bereit, ein einseitiges Einfuhrverbot für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Ukraine zu verhängen, falls die EU beschließe, die derzeitigen Maßnahmen nicht zu verlängern.
Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EURACTIVs Medienpartner European Pravda.