Belgien will keine Kampfjets an Ukraine liefern
Belgien wird der Ukraine laut Premierminister Alexander de Croo keine F-16-Kampfjets liefern, da diese für eigene Landesverteidigung benötigt würden. Man wolle das Land jedoch weiter anderweitig unterstützen.
Belgien wird der Ukraine laut Premierminister Alexander de Croo keine F-16-Kampfjets liefern, da diese für eigene Landesverteidigung benötigt würden. Man wolle das Land jedoch weiter anderweitig unterstützen.
„Vor einem Jahr, als [der ukrainische Präsident] per Videokonferenz vor uns erschien, sagte er uns, dass wir ihn vielleicht nicht wiedersehen würden“, erklärte de Croo beim Europäischen Rat in Brüssel. „Doch ein Jahr später sehen wir, dass er hier herkommen kann, nach Paris gehen kann, nach London gehen kann.“
„Wir stehen am Vorabend einer großen russischen Offensive, und es ist wichtiger denn je, vereint zu sein“, fügte er hinzu.
Auf Twitter erklärte de Croo, dass „Belgien und Europa an der Seite des ukrainischen Volkes“ stünden und dass der „Kampf der Ukraine für Freiheit und Demokratie auch ein Kampf für unsere Werte“ sei.
Nach dem Besuch Selenskyjs am Donnerstag in Brüssel und seiner ersten persönlichen Rede im Europäischen Parlament seit Beginn des Krieges bekräftigte De Croo seine Bereitschaft, dem Land zu helfen.
Er erklärte jedoch, dass sein Land keine Kampfjets in die Ukraine schicken könne, da Belgien „seine Kampfjets braucht – wir können nicht auf sie verzichten.“
„Sie werden zur Verteidigung der NATO benötigt“, sagte de Croo dem belgischen Nachrichtensender VRT. Die Flugzeuge würden die baltischen Staaten und den Luftraum Belgiens und der Niederlande verteidigen.
Er erinnerte daran, dass Belgien vor zwei Wochen beschlossen habe, „ein sehr wichtiges Paket militärischer Hilfe“ bereitzustellen.
Verteidigungsministerin hatte Ludivine Dedonder kürzlich angekündigt, dass ihr Land ein zusätzliches Militärhilfepaket in Höhe von 92 Millionen Euro für die Ukraine bereitstellen werde, das „Treibstoff und Munition, aber auch Panzerabwehrkanonen und Maschinengewehre“ umfassen solle.
Am Mittwoch gab Dedonder außerdem bekannt, dass Belgien erwägt, Leopard-1-Panzer in die Ukraine zu schicken.
„Es wird geprüft, ob und in welcher Form Belgien einen nützlichen Beitrag zur deutschen, niederländischen und dänischen Initiative leisten kann“, sagte sie. Im Rahmen dieser Initiative hatten Deutschland, die Niederlande und Dänemark am Dienstag angekündigt, dass die Ukraine „in den kommenden Monaten mindestens 100 Panzer des Typs Leopard 1 A5 […] erhalten“ werde.
Bereits Ende Januar hatten sich mehrere Länder – darunter die USA und Deutschland – bereiterklärt, die Ukraine mit modernen westlichen Panzern (M1A1 Abrams und Leopard 2) zu beliefern.
Auch Belgien schickte Unterwassersysteme in die Ukraine.
Selenskyj verließ das Ratsgebäude am Donnerstagabend nach sechsstündigen bilateralen Gesprächen mit den Staats- und Regierungschef:innen der EU über die Möglichkeit einer stärkeren Unterstützung für sein Land.
Nach seinem Treffen im Rat erklärte er, er habe von mehreren EU-Staats- und Regierungschef:innen gehört, dass sie bereit seien, Kyjiw mit Kampfflugzeugen im Kampf gegen Russland zu unterstützen, ohne jedoch weitere Einzelheiten zu den Zusagen zu nennen.
Am Abend traf der ukrainische Präsident dann mit dem belgischen König Philippe zu einem bis zum letzten Moment geheim gehaltenen Gespräch zusammen. Er überreichte der königlichen Familie ein Fragment eines russischen Flugzeugs, das in der Ukraine abgeschossen wurde und auf dem ukrainische Piloten geschrieben hatten: „Gemeinsam gewinnen wir“.