Belgiens sieht F-16-Kampfjets als nicht mehr für Ukraine geeignet
Die belgische Armeeführung ist der Ansicht, dass die nationalen F-16-Kampfjets in schlechtem Zustand sind. Aus Sicht von Leutnant Frédéric Goetynck können sie daher nicht in die Ukraine geschickt werden.
Die belgische Armeeführung ist der Ansicht, dass die nationalen F-16-Kampfjets in schlechtem Zustand sind. Aus Sicht von Leutnant Frédéric Goetynck können sie daher nicht in die Ukraine geschickt werden.
„Es ist nicht so, dass wir nicht wollen, aber wenn unsere Flugzeuge ausgemustert werden, sind sie abgenutzt. Diese Flugzeuge sind bereits so viele Stunden geflogen, dass ihre Struktur einfach abgenutzt ist“, so Goetynck am Montag (5. September) gegenüber der Zeitung De Standaard. „Man kann keine Flugzeuge in die Ukraine schicken, die man selbst nicht benutzen würde.“
Der belgische Premierminister Alexander De Croo hatte bereits im Februar angedeutet, dass Brüssel keine Kampfflugzeuge an die Ukraine liefern werde, und dies wurde im Mai von der belgischen Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder bestätigt.
Während De Croo die Notwendigkeit dieser Kampfjets für die nationale Armee und die NATO betonte, sagte Dedonder, dass das Land seine F-16 nicht in die Ukraine schicken könne, weil sie „am Ende ihres Lebenszyklus“ seien, selbst wenn die USA grünes Licht für die Lieferung geben würden.
„Belgien hat bereits automatische Waffen, gepanzerte Lynx-Fahrzeuge und mehr als 200 Volvo-Lastwagen sowie Munition, Treibstoff und medizinische Ausrüstung in die Ukraine geschickt“, so Goetynck. Neben der Militärhilfe hat Belgien im Juni sein neuestes Hilfspaket für die Ukraine genehmigt, das die im letzten Jahr bereitgestellten 61,5 Millionen Euro um 24 Millionen Euro aufstockt.
Trotz dieser Ankündigungen hinkt Belgien jedoch bei den gesamten Militärausgaben weiterhin hinterher, insbesondere gemessen am NATO-Ausgabenziel von zwei Prozent des BIP.
Während die belgischen Verteidigungsausgaben im Jahr 2022 1,18 Prozent des BIP erreichten, wird dieser Wert laut einem kürzlich von der NATO veröffentlichten Dokument in diesem Jahr bei 1,13 Prozent des BIP und damit bei mehr als 6,5 Milliarden Euro liegen. Somit liegt Belgien an vorletzter Stelle, hinter Spanien (1,26 %), aber vor Luxemburg (0,72 %).
Auf dem Madrider NATO-Gipfel im Juli bekräftigte De Croo seine Absicht, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf 2 Prozent des BIP zu erhöhen und bis 2030 einen „realistischen“ Weg über 1,54 Prozent zu gehen.