Bisher fürchten Slowaken sich nicht vor billigen Arbeitsmigranten [DE]
Wie ein slowakischer Think-Tank erklärte, stellten billige rumänische und bulgarische Arbeitskräfte keine Bedrohung für den slowakischen Arbeitsmarkt dar. Dies könnte sich ändern, sollten alle Länder der Region ihre Märkte gegen Arbeitsmigranten aus dem Balkan abschotten.
Wie ein slowakischer Think-Tank erklärte, stellten billige rumänische und bulgarische Arbeitskräfte keine Bedrohung für den slowakischen Arbeitsmarkt dar. Dies könnte sich ändern, sollten alle Länder der Region ihre Märkte gegen Arbeitsmigranten aus dem Balkan abschotten.
Nach einer Analyse des slowakischen Institut für Beschäftigung (Inštitút zamestnanosti) stellen bulgarische und rumänische Arbeitskräfte für slowakische Arbeitnehmer keine besondere Bedrohung dar. Dafür nennt das Institut mehrere Gründe:
- Rumänische und bulgarische Arbeitnehmer würden sich eher auf Arbeitsmärkte mit einem höheren Lohnniveau begeben
- Wegen der Sprachbarriere würden Arbeitnehmer aus beiden Ländern bevorzugt nach Deutschland, Irland und Großbritannien, Rumänen auch nach Frankreich, Spanien und Italien gehen. Eine Ausnahme bilde die slowakische Minderheit in Rumänien, die aber nur 17000 Personen zähle und somit den Arbeitsmarkt der Slowakei nicht entscheidend beeinflussen könne.
- Die Arbeitslosenquote der Slowakei sei zudem höher als die in Rumänien und Bulgarien. Slowakische Löhne seien zwar in der Regel höher als in den beiden Balkanstaaten, aber mit Ausnahme von Polen immer noch niedriger als in anderen Ländern der Region.
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Vergleich von sozio-ökonomischen Merkmalen (2005) |
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Slowakei |
Rumänien |
Bulgarien |
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Einwohnerzahl |
5.384.800 |
7.761.000 |
21.658.500 |
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Arbeitslosenquote |
16,3% |
10,1% |
7,7% |
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Langzeitarbeitslose |
11,7% |
6,0% |
4,4% |
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Mindestlohn (Euro, 2004) |
148 |
61 |
69 |
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Durchschnittsgehalt (Euro, 2002) |
475,67 |
157 |
193,42 |
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Durchschnittsgehalt (in KKS, 2002) |
1094,33 |
387,42 |
470,17 |
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GDP per capita in KKS |
55 |
32.1 |
34.7 |
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Quelle: Eurostat 2004, 2005, 2006, SODB SR 2001 |
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Die Situation könnte sich schnell ändern, sollten die Nachbarländer und einige der großen Wirtschaftsnationen ihre Arbeitsmärkte für Rumänen und Bulgaren verschließen. In einem solchen Fall würde die Slowakei – trotz der Sprachbarriere – attraktiver werden.
Aus diesem Grund will sich die slowakische Führung alle Optionen offen lassen. Pavol Paska, President des slowakischen Parlaments, sagte der Tageszeitung Hospodarske noviny, die Slowakei sollte Schutzmaßnahmen für ihren Arbeitsmarkt nicht gänzlich ausschließen.
Artikel von Euractiv.sk