Black Eyed Peas sorgen für Eklat in polnischer Regierungskoalition

Das Outfit der US-amerikanischen Hip-Hop-Band Black Eyed Peas während ihres Auftritts beim Silvesterkonzert des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hat zu einer Spaltung der polnischen Regierungskoalition geführt, wobei ein Junior-Koalitionspartner die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beschuldigte, die LGBTQ-Ideologie zu fördern.

EURACTIV.pl
New Years Eve concert in Zakopane
Die Black Eyed Peas folgten der Einladung von TVP, das von Beobachter:innen der Medienfreiheit als von der Regierung kontrolliert bezeichnet wird, und nahmen an dem live übertragenen Silvesterkonzert in dem Bergort Zakopane teil. Während ihres Auftritts trugen die Bandmitglieder Regenbogen-Armbinden, als Hinweis auf die homophoben Ansichten der polnischen Regierung. [EPA-EFE/Art Service 2]

Das Outfit der US-amerikanischen Hip-Hop-Band Black Eyed Peas während ihres Auftritts beim Silvesterkonzert des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hat zu einem Konflikt der polnischen Regierungskoalition geführt, wobei ein Junior-Koalitionspartner die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beschuldigte, die LGBTQ-Ideologie zu fördern.

Die Black Eyed Peas folgten der Einladung von TVP, das als weitestgehend von der Regierung kontrolliert gilt, und nahmen an dem live übertragenen Silvesterkonzert in der polnischen Stadt Zakopane teil. Während ihres Auftritts trugen die Bandmitglieder aus Protest gegen die homophoben Ansichten der polnischen Regierung Regenbogen-Armbinden.

„Wir sind Black Eyed Peas, oder Black Eyed Peace (…). Wir sind nicht Black Eyed PiS“, sagte Band-Mitbegründer William James Adams (will.i.am) in einem Video, das während des Konzerts auf Instagram gepostet wurde. „Einigkeit, Toleranz, Verständnis, Einheit, Respekt, Vielfalt und Inklusion… Das ist Liebe“, twitterte er.

Viele Beobachter:innen kamen zu dem Schluss, dass die Band dem TVP, der die polnische Regierung unterstützt, einen Streich gespielt haben muss. Sie glaubten, dass das Outfit der Bandmitglieder nicht vorher abgesprochen war, obwohl einer der TVP-Moderatoren das Gegenteil behauptete.

Der Vorfall löste einen Streit zwischen der PiS-Partei und ihrem rechtsextremen Junior-Koalitionspartner Solidarność Polen aus, der TVP vorwarf, mit öffentlichen Geldern LGBTQ-Propaganda zu fördern. Das öffentlich finanzierte TVP unterstütze die Bewegung, die antichristliche Werte vertrete, die gegen die polnische Verfassungsordnung verstießen, erklärte die polnische Abgeordnete Anna Siarkowska von Solidarność gegenüber Interia.

„Das ist inakzeptabel“, sagte sie und nannte es notwendig, herauszufinden, ob es sich um eine unabhängige Entscheidung von TVP handelte oder ob die Politiker:innen grünes Licht gegeben haben. So oder so wird es politische Konsequenzen haben, fügte Siarkowska hinzu.

Solidarisches Polen wird die Förderung von LGBTQ im öffentlichen Fernsehen niemals akzeptieren – ein Thema, in dem sich die Partei „grundlegend“ von der PiS und Premierminister Mateusz Morawiecki unterscheidet, sagte der Parteivorsitzende, Justizminister Zbigniew Ziobro. Sowohl Ziobro als auch Siarkowska werden den Vorfall mit Morawiecki besprechen. Es ist noch nicht bekannt, ob die Gespräche ernsthafte Auswirkungen auf die Zukunft der Koalition haben werden.

Als Reaktion auf die Anschuldigungen des Koalitionspartners bezeichnete der Europaabgeordnete Joachim Brudziński (PiS) die PiS als „Partei der Freiheit“ und fügte hinzu, dass „die Mitglieder der PiS sich nicht um die (sexuellen) Vorlieben der Menschen kümmern.“

In den letzten Jahren waren die von der PiS regierten Kommunalverwaltungen die Hauptverantwortlichen für die berüchtigten „LGBT-freien“ Zonen, die von Brüssel verurteilt wurden. Infolgedessen zog die Europäische Union die Finanzierung für einige Städte im Rahmen der Städtepartnerschaftsinitiative zurück.