Bulgarien signalisiert Schwarzmeer-Unterstützung für Ukraine

Das aggressive Verhalten Russlands im Schwarzen Meer rufe die angrenzenden NATO-Mitglieder zum Handeln auf, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bulgarien will derweil die Koordination zwischen den NATO-Anrainerstaaten stärken.

EURACTIV.bg
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Das Gespräch zwischen Selenskyj und Denkow fand im Rahmen eines hochrangigen Treffens zwischen den Balkanländern und der Ukraine in Athen statt. Selenskyj dankte Denkow erneut für die militärische Unterstützung Sofias für Kyjiw, darunter 100 gepanzerte Mannschaftstransporter. [EPA/ROBERT GHEMENT]

Das aggressive Verhalten Russlands im Schwarzen Meer rufe die angrenzenden NATO-Mitglieder zum Handeln auf, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bulgarien will derweil die Koordination zwischen den NATO-Anrainerstaaten stärken.

Ein Krieg, beziehungsweise ein maritimer Konflikt in der Region sei nicht auszuschließen, hatte der bulgarische Verteidigungsminister Todor Tagarew zuvor eingeräumt.

Das Gespräch zwischen Selenskyj und dem bulgarischen Premierminister Nikolaj Denkow fand im Rahmen eines hochrangigen Treffens zwischen den Balkanländern und der Ukraine in Athen statt. Selenskyj dankte Denkow dabei erneut für die militärische Unterstützung Sofias für Kyjiw, welche 100 gepanzerte Mannschaftstransporter beinhaltete.

„Wir arbeiten daran, [einen Krieg] zu verhindern. Russland provoziert die NATO ständig“, erklärte Tagarew derweil gegenüber Nova TV. Er fügte hinzu, dass Russland aggressiv versuche, seinen Willen im Schwarzen Meer durchzusetzen.

Ihm zufolge setzt der Kreml seine Seestreitkräfte ein, um Getreideexporte aus der Ukraine zu verhindern. Er bezog sich dabei auf einen Vorfall, bei welchem ein russisches Kriegsschiff einen Warnschuss abgab, um ein Trockenfrachtschiff unter der Flagge von Palau im Schwarzen Meer zu stoppen.

Am 21. August traf Tagarew mit seinem ukrainischen Amtskollegen Oleksij Resnikow in Odessa zusammen.

Resnikow gab bekannt, dass er mit Tagarew die Frage der Entminung des Schwarzen Meeres erörtert habe. „Dieses Problem ist eine gemeinsame Herausforderung für die vier Schwarzmeerländer – die Ukraine, Bulgarien, die Türkei und die Ukraine“, sagte der ukrainische Minister.

Bulgarien sagte der Ukraine dabei Unterstützung bei der Entminung des Schwarzen Meeres zu.

Tagarew sagte, dass die Entminung des Schwarzen Meeres eine wichtige Aufgabe für die bulgarische Marine sei und kündigte die laufende Überwachung von Minen in bulgarischen Hoheitsgewässern an.

„Russische Provokationen im Schwarzen Meer behindern den freien Schiffsverkehr, erhöhen das Risiko von Zwischenfällen und einer Eskalation der Spannungen. Unter diesen Umständen zielt die enge Koordinierung der Bemühungen mit unseren Küstenverbündeten Rumänien und der Türkei darauf ab, unsere Überwachung und unser Situationsbewusstsein zu stärken“, sagte Tagarew.

Tagarews Besuch löste eine Reaktion der pro-russischen Bulgarischen Sozialistischen Partei aus, die eine Anhörung des Verteidigungsministers im Parlament forderte.

Seit Mai 2023 ist in Bulgarien eine neue Regierung an der Macht, die von den pro-europäischen Parteien Wir setzen den Wandel fort (GERB, EVP), der liberalen Koalition Demokratisches Bulgarien (EVP, Die Grünen) und inoffiziell von der türkischen Minderheitenpartei DPS (Renew) unterstützt wird.

Die neue Regierung hat die Politik der Vorgängerregierung des pro-russischen Präsidenten Rumen Radew gegenüber der Ukraine, vollständig geändert und unterstützt die Behörden in Kyjiw offen gegen die russische Invasion.