Bundeswehr zieht sich vom türkischen Stützpunkt Incirlik zurück

Die Bundeswehr hat am Sonntag mit den Abzug vom türkischen Luftwaffen-Stützpunkt Incirlik begonnen.

epa05972144 A handout photo provided by the German Armed Forces (Bundeswehr) on 18 May 2017 shows German soldiers arriving to the air base Incirlik for the ‚Operation Inherent Resolve‘, in Adana city, Turkey, 30 December 2015. The Defense Committee of the German ‚Bundestag‘ parliament on 17 May discussed the visit ban for German parliamentarians at the Turkish air base in Incirlik. Media reports on 16 May 2017 stated that German Chancellor Angela Merkel has said that German Bundeswehr troops currently based in Incirlik may be relocated perhaps to Jordan in a row between the two countries over access to the base that was denied for the German parliamentarians by Turkey. The Incirlik airbase is being used by a US-led military coalition fighting the terror militia of the so-called ‚Islamic State‘ (IS).  EPA/THORSTEN WEBER / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Deutsche Soldaten am Incirlik-Stützpunkt. [EPA/THORSTEN WEBER]

Das Tankflugzeug für die Aufklärungs-Jets vom Typ Tornado werde am Sonntag den Militärflughafen verlassen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums und bestätigte damit einen Bericht des „Spiegels“.

Die Verlegung der Luftwaffen-Einheit nach Jordanien ist der vorläufige Abschluss einer von mehreren deutsch-türkischen Streitigkeiten, die das Verhältnis zwischen beiden Staaten seit Monaten zunehmend belasten.

Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte es Bundestagsabgeordneten untersagt, die deutschen Soldaten in Incirlik zu besuchen. Das Verbot wurde in einem Zusammenhang gestellt mit dem Beschluss des Bundestages, den Massenmord an Armeniern während des Ersten Weltkrieges im damaligen Osmanischen Reich als Genozid zu werten.

Erdogan sieht darin eine Verunglimpfung seines Landes. Zudem wirft er einzelnen Abgeordneten eine Nähe zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Da die Bundeswehr eine Parlamentsarmee ist und damit der Kontakt mit Abgeordneten als unverzichtbar gilt, beschloss der Bundestag den Abzug.

In Incirlik sind bislang rund 250 deutsche Soldaten als Teil des internationalen Einsatzes gegen die Extremistenmiliz IS stationiert. Mit sechs Tornado-Jets fliegen sie von dort aus Aufklärungseinsätze über Syrien und dem Irak, zudem versorgt das Tankflugzeug die Verbündeten in der Luft mit Treibstoff. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat angekündigt, dass sich die Bundeswehr von Oktober an wieder an den Einsätzen von Jordanien aus beteiligen will.