CDU-Vorsitz: Spahn kandidiert nicht
Jens Spahn möchte keinen internen Wahlkampf führen, sondern sich auf den Kampf gegen Corona konzentrieren. CDU-Chef will er deshalb erst einmal nicht werden, berichtet der Tagesspiegel, Medienpartner von EURACTIV.
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will vorerst nicht mehr CDU-Vorsitzender werden. Das teilte er nach Tagesspiegel-Informationen der Unionsfraktion mit. Er wolle sich voll auf die Corona-Pandemie konzentrieren und deshalb in keinen internen Wahlkampf einsteigen, sagte Spahn.
Der Deutschen Presse-Agentur dpa zufolge sagte Spahn: „Ich bin im Team Union.“ Für seine Ankündigung erhielt er demnach Applaus.
Bereits vor drei Jahren hatte sich Spahn für den CDU-Vorsitz beworben. Er unterlag damals Annegret Kramp-Karrenbauer. Nach deren Rücktritt unterstützte er die erfolgreiche Kandidatur von Armin Laschet, der sein Amt auf dem Parteitag im kommenden Januar abgeben will.
Nach Spahns Absage zeichnet sich nun ein Dreikampf ab. Als voraussichtliche Kandidaten für die Nachfolge des gescheiterten Unionskanzlerkandidaten Laschet an der Spitze der CDU gelten Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der Außenpolitiker Norbert Röttgen sowie der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun.
Die Bewerbungsfrist hatte am Samstag (6. Oktober) begonnen, bisher hat sich allerdings noch niemand offiziell beworben, da vermutet wird dass die potentiellen Kandidaten noch daran arbeiten, sich des parteiinternen Rückhalts zu versichern.
Für Merz wäre es der dritte Versuch den CDU-Vorsitz zu erlangen. Bereits 2018 und 2021 scheiterte er jeweils knapp: zuerst gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und dann gegen Armin Laschet.
Merz, der noch dieses Jahr 66 Jahre alt wird, werden geringe Chancen auf die Position als Kanzlerkandidat der konservativen Union für die Bundestagswahl 2025 eingeräumt, auch wenn er möglicherweise mit dem dritten Anlauf den Vorsitz der CDU erlangen könnte.
Röttgen hatte ebenfalls den Machtkampf um den CDU-Vorsitz 2021 verloren, anders als Merz war er allerdings weiter abgeschlagen als er Laschet unterlag. Röttgen positioniert sich selbst als Kandidat in der moderaten Mitte, ihm wird jedoch nachgesagt, dass es ihm an Unterstützung in der Partei fehlt.
Der noch geschäftsführende Kanzleramtschef Braun ist einer der letzten Vertrauten von Angela Merkel, für das Merkel-Lager in der CDU ist er die letzte Hoffnung um eine Wiederkehr der wirtschaftskonservativen Flügel der CDU abzuwenden.
Für die Führungsriege der CDU ist klar erwünschenswert, dass sich Kandidaten in Teams zusammenschließen und somit maximale interne Einheit in der Partei sicherstellen.
„Ich bin der festen Überzeugung, dass sich nur derjenige durchsetzen wird der in Form eines Teams ins Rennen geht,“ so Christian Hirte, Landeschef der CDU Thüringen, Ende Oktobers.