Chinesischer Spionageverdacht: EU-Abgeordneter Krah bleibt Spitzenkandidat der AfD

Maximilian Krah, Europaabgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), kündigte an, dass er EU-Spitzenkandidat für die Europawahlen bleiben wird. Zuvor hatte er sich im Zuge eines China-Spionageskandals mit der Parteiführung getroffen.

Euractiv.com
European Parliament session in Strasbourg
"Ich bin und bleibe Spitzenkandidat", sagte Krah nach dem Treffen. [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

Maximilian Krah, Europaabgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), kündigte an, dass er EU-Spitzenkandidat für die Europawahlen bleiben wird. Zuvor hatte er sich im Zuge eines China-Spionageskandals mit der Parteiführung getroffen.

Krah traf sich am Mittwochmorgen (24. April) mit dem AfD-Parteivorstand in Berlin, um die Verhaftung seines Assistenten zu erklären. Dieser wird beschuldigt, für die chinesischen Behörden zu arbeiten.

„Ich bin und bleibe Spitzenkandidat“, sagte Krah nach dem Treffen.

„Es ist in meinem Büro wahrscheinlich eine Straftat, davon muss ich ausgehen, begangen worden. Es ist sehr unangenehm und es ist in meinem größten Interesse, das aufzuklären“, teilte Krah den Medien mit.

„Es bleibt aber dabei, dass ich kein persönliches Fehlverhalten mir vorzuwerfen habe“, fügte er hinzu.

Die Nachricht des Spionageskandals erschütterte die Mitglieder des Europäischen Parlaments. Diese hatten gestern diesbezüglich eine weitreichende Untersuchung gefordert.

Nach den Anschuldigungen stand Krahs Position in der Parteienfamilie auf dem Spiel, da die AfD von einem Skandal nach dem anderen heimgesucht wurde.

Die Partei befand sich jedoch in einer Zwickmühle. Die Liste für die Europawahlen war bereits eingereicht worden und Änderungen sind nicht mehr zulässig. Dies erschwert die Entscheidung der Parteiführung über das weitere Vorgehen mit Krah und über mögliche Strategien zur Schadensbegrenzung.

Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der rechten Partei, nannte die Spionagevorwürfe zuvor „absolut besorgniserregend.“

Laut der Transparenz-NGO Lobbycontrol „ist der Spionageverdacht gegen seinen Mitarbeiter bereits seit 2023 bekannt, aber Krah hat damals nichts unternommen.“

Krahs Büro widersprach der Aussage auf Anfrage von AFP. Man habe „keine verlässlichen Informationen [dazu] vorliegen.“

[Bearbeitet von Aurélie Pugnet/Alice Taylor]