Sunak wird fünfter Premierminister seit Brexit-Abstimmung
Nachdem Rishi Sunak am Dienstag (25. Oktober) sein Amt als fünfter Premierminister Großbritanniens innerhalb von sechs Jahren antritt, dürften innenpolitische Probleme und eine erbittert zerstrittene Partei im Mittelpunkt seiner Amtszeit stehen.
Nachdem Rishi Sunak am Dienstag (25. Oktober) sein Amt als fünfter Premierminister Großbritanniens innerhalb von sechs Jahren antritt, dürften innenpolitische Probleme und eine erbittert zerstrittene Partei im Mittelpunkt seiner Amtszeit stehen.
Der erste britisch-asiatische Premierminister des Vereinigten Königreichs soll am Dienstag sein Kabinett benennen, nachdem er von den Abgeordneten der Konservativen Partei ohne Gegenkandidaten gewählt wurde.
Nachdem Boris Johnson am Sonntagabend zurückgetreten war, obwohl er behauptet hatte, die für die Wahl erforderliche Zustimmung von 100 Abgeordneten erhalten zu haben, gab Penny Mordaunt am Montagmorgen ihre Kampagne auf, sodass Sunak ohne eine Abstimmung aller Parteimitglieder gewinnen konnte.
Bei einer Mitgliederbefragung wäre Johnson der Favorit gewesen, ob er unter den konservativen Abgeordneten tatsächlich die nötige Schwelle von 100 Unterstützer:innen erreicht hatte, ist jedoch unklar. Beobachter:innen gehen davon aus, dass eine große Anzahl konservativer Abgeordneter sich geweigert hätte, eine weitere Regierung unter der Führung von Johnson zu unterstützen, der erst vor vier Monaten abgewählt worden war.
Nichtsdestotrotz hat Sunaks Sieg viele rechten Flügel der Partei verärgert, insbesondere die Johnson-Anhänger, die sich durch die Abgeordneten der Partei verraten fühlen. Liz Truss hatte Sunak bei der Abstimmung der Parteimitglieder zur Nachfolge Johnsons vor nur sechs Wochen besiegt.
Die erste Aufgabe des neuen Premierministers besteht darin, die Forderungen der Opposition nach einer vorgezogenen Neuwahl abzuwehren. Sunak hat Neuwahlen ausgeschlossen, die die Konservativen wahrscheinlich deutlich verlieren würden, muss hierzu aber sicherstellen, dass es nicht zu weiteren großen Parteienstreitigkeiten kommt.
Die Finanzmärkte begrüßten Sunak mit Vorsicht. Er war Johnsons Finanzminister und wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich eine harte Sparpolitik durchsetzen, die im Gegensatz zu den von Truss versprochenen Steuersenkungen und höheren Ausgaben steht.