EHEC: EU fordert bessere Zusammenarbeit Deutschlands
EU-Gesundheitskommissar John Dalli hat die deutschen Behörden zu einer engeren Zusammenarbeit mit ausländischen Experten bei der Bekämpfung der EHEC-Krise aufgefordert. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will eine bessere Abstimmung der deutschen Behörden.
EU-Gesundheitskommissar John Dalli hat die deutschen Behörden zu einer engeren Zusammenarbeit mit ausländischen Experten bei der Bekämpfung der EHEC-Krise aufgefordert. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will eine bessere Abstimmung der deutschen Behörden.
EU-Gesundheitskommissar John Dalli fordert von den deutschen Behörden, auf die Erfahrung und die Expertise in ganz Europa und sogar außerhalb Europas zu setzen, berichtet Die Welt. "Ich betone ausdrücklich, wie wichtig es ist, dass wir eng zusammenarbeiten und unser Fachwissen teilen, um den Ausbruch von EHEC möglichst schnell zu beenden", so Dalli
Wie Die Welt weiter berichtet, erwarten EU-Kreise vor allem, dass Deutschland Experten aus den USA und Japan bei der Suche nach der Quelle des EHEC-Erregers hinzuzieht. Diplomaten kritisierten der Zeitung zufolge intern auch, dass die Fragebögen der deutschen Behörden, in denen bei der Suche nach der Infektionsquelle nach den Essgewohnheiten von EHEC-Patienten gefragt wird, "zu eng gestrickt" seien, weil sie sich zu stark auf den Verzehr von bestimmten Gemüsearten konzentrierten.
Kritik in Deutschland
Auch in Deutschland wächst der Unmut über die fehlende Abstimmung der Behörden. Kurz vor dem Bund-Länder-Treffen zu den lebensgefährlichen EHEC-Darmerkrankungen hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr eine bessere Abstimmung der Behörden gefordert.
Zwar wies der FDP-Minister am Mittwoch in der ARD erneut Kritik der Opposition am Krisenmanagement der Regierung als parteipolitisch motiviert zurück. Er gestand aber ein: "Ich glaube, dass die Wahrnehmung und die Kommunikation verbesserungswürdig ist." Er selbst habe sich bei seinen Äußerungen stets an die Vorgaben der Gesundheitsbehörden gehalten. Doch seien "andere herausgegangen mit vielen wilden Spekulationen", sagte Bahr. "Deshalb müssen wir darüber reden, wie können wir besser kooperieren und wie können wir vor allem gemeinsam besser kommunizieren, damit die Leute nicht verunsichert werden."
Bahr zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass die EHEC-Krise bald überstanden sein könnte. Für eine Entwarnung sei es zwar noch zu früh, doch gebe es Anlass für begründete Hoffnung. Die Zahl der Neuinfektionen gehe deutlich zurück. "Das zeigt, dass wir vielleicht das Schlimmste, was den Krankheitsverlauf angeht, hinter uns haben." Der Minister wiederholte die Einschätzung, dass die Quelle des Erregers vielleicht nie eindeutig identifiziert werde: "In 80 Prozent der EHEC-Ausbrüche wird nie die Ursache gefunden."
Die Bundes- und Länderminister für Gesundheit und Verbraucherschutz kommen heute in Berlin zu einer Sonderkonferenz zusammen, um über die EHEC-Erkrankungen zu beraten. Wegen des EHEC -Krisenmanagements war Deutschland auch im Ausland in die Kritik geraten.
EU-Entschädigung und EU-Kritik
Gestern haben sich die EU-Landwirtschaftsminister bei einem Sondergipfel darauf geeinigt, dass die EU zunächst 150 Millionen Euro für europäische Bauern zur Entschädigung bereitstellt. Mehrere Minister, u.a. aus Spanien, Belgien und Österreich, kritisierten Deutschlands Krisenmanagement. Auch im Europäischen Parlament wurde die Bundesregierung für ihr bisheriges Agieren kritisiert (EURACTIV.de vom 7. Juni 2011).
EURACTIV/rtr/mka
Links
Dokumente
EU-Ratspräsidentschaft: Die EHEC-Epidemie muss gestoppt werden (7. Juni 2011)
Europäischer Rat: E. coli outbreak: extraordinary ministerial meeting (7. Juni 2011)
EU-Parlament: Entschließungsantrag (B7-000/2011) zu Antibiotikaresistenz (1. März 2011)
EU-Parlament: Diskussion über E.coli-Ausbruch in Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten (7. Juni 2011)
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