EHEC: Gurken, Tomaten und Salat wieder gesund

Ab sofort gelten Tomaten, Gurken und Blattsalate wieder als unbedenklich. Sprossen sollen bis auf weiteres nicht roh verzehrt werden. Ein Gartenbaubetrieb in Niedersachsen ist der wahrscheinliche Ausgangspunkt der EHEC-Infektionen. Das teilten die Gesundheitsbehörden heute mit. Russland will europäisches Gemüse wieder ins Land lassen, wenn sie ein "EHEC-frei"-Laborzertifikat erhalten.

Nun also doch Sprossen: Der EHEC-Ausbruch soll im Biohof in Bienenbüttel seinen Ausgang genommen haben. Die Gesundheitsbehörden haben keinen Nachweis, aber eine „belastende Indizienkette“. Foto: Philipp Schulze, dpa
Nun also doch Sprossen: Der EHEC-Ausbruch soll im Biohof in Bienenbüttel seinen Ausgang genommen haben. Die Gesundheitsbehörden haben keinen Nachweis, aber eine "belastende Indizienkette". Foto: Philipp Schulze, dpa

Ab sofort gelten Tomaten, Gurken und Blattsalate wieder als unbedenklich. Sprossen sollen bis auf weiteres nicht roh verzehrt werden. Ein Gartenbaubetrieb in Niedersachsen ist der wahrscheinliche Ausgangspunkt der EHEC-Infektionen. Das teilten die Gesundheitsbehörden heute mit. Russland will europäisches Gemüse wieder ins Land lassen, wenn sie ein „EHEC-frei“-Laborzertifikat erhalten.

Ab sofort können Tomaten, Gurken und Blattsalate wieder unbedenklich gegessen werden. Allerdings halten die Gesundheitsbehörden ihre Warnung vor dem Verzehr von Sprossen wegen der Gefahr einer Infektion mit EHEC aufrecht. Mit großer Wahrscheinlichkeit sei der Ausbruch der Durchfallerkrankungen von einem Gartenbaubetrieb in Bienenbüttel ausgegangen, teilten das Robert-Koch-Institut (RKI), das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) und das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) am Freitag in Berlin in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Allgemein entspannt sich nach den Worten von RKI-Präsident Reinhard Burger die Lage. Die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen sinke. "Aber der Ausbruch ist noch nicht vorbei", betonte Burger.

Keine Beweise, belastende Indizien

Es sei gelungen, bei 26 von 55 Erkrankungen die Spuren zu dem Sprossen produzierenden Betrieb in der Lüneburger Heide zurückzuverfolgen. Dies sei durch die Befragung betroffener Reisegruppen und Restaurantbesucher erreicht worden. Mitarbeiter des Gartenbaubetriebes hatten sich mit dem Erreger, der blutigen Durchfall auslöst und zum lebensgefährlichen HU-Syndrom führen kann, angesteckt. Allerdings konnte trotz hunderter von Proben bislang das EHEC-Bakterium weder auf Produkten des Betriebes noch auf Maschinen oder im Wasser nachgewiesen werden. Allerdings sei die Indizienkette erdrückend, sagte RKI-Präsident Burger.

"Es kann nach derzeitigem Kenntnisstand nicht ausgeschlossen werden, dass der Eintrag des Ausbruchserregers in den Gartenbaubetrieb durch Personen erfolgt ist. Auch ein Eintrag über Wasser, Vorlieferanten oder Saatgut ist denkbar. Dieses wird derzeit durch eine Überprüfung der Lieferbeziehungen und durch Labortests untersucht", heißt es in der Mitteilung der Gesundheitsbehörden.

Russlands EHEC-Kompromiss

Russland hat zugesagt, sein allgemeines Einfuhrverbot für europäisches Gemüse zu lockern. Während des EU-Russland-Gipfels, der vom  9. bis 10. Juni im russischen Nischni Nowgorod stattfand, haben sich die EU-Doppelspitze José Manuel Barroso und Herman Van Rompuy mit Russlands Präsident Dmitri Medwedew auf einen Kompromiss geeinigt. Russland wird die Einfuhr von einzelnen Gemüsesorten aus der EU wieder erlauben, wenn diese auf den Darmkeim EHEC geprüft wurden und mit einem Laborzertifikat versehen sind, das die Sicherheit der Ware garantiert.

EURACTIV/rtr/Ria Novosti/mka

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Dokumente

Gesundheitsbehörden: Neue Erkenntnisse zum EHEC-Ausbruch (10. Juni 2011)

Kommission: EHEC: Schnelle Hilfen für betroffene Landwirte (9. Juni 2011)

Dacian Ciolo?: Support to the vegetables sector after the E. Coli crisis (8. Juni 2011)

EU-Ratspräsidentschaft: Die EHEC-Epidemie muss gestoppt werden (7. Juni 2011)

Europäischer Rat: E. coli outbreak: extraordinary ministerial meeting (7. Juni 2011)

EU-Parlament: Entschließungsantrag (B7-000/2011) zu Antibiotikaresistenz (1. März 2011)

EU-Parlament: Diskussion über E.coli-Ausbruch in Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten (7. Juni 2011)

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