EU-Aktionsplan gegen Cybermobbing setzt auf Kinder-App zur Meldung von Missbrauch

Die Blaupause für die App orientiert sich an einer französischen App namens 3018. Die Leitlinien des Gesetzes über digitale Dienste zum Schutz von Kindern werden ebenfalls erweitert, um Online-Missbrauch besser abzudecken.

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Ziel: Cybermobbing bekämpfen. [Foto: Matt Cardy/Getty Images]

Der am Dienstag vorgestellte Aktionsplan der Kommission gegen Cybermobbing sieht die Entwicklung einer EU-App vor, die an die einzelnen EU-Länder angepasst ist und Kindern hilft, Zugang zu Hotlines zu erhalten und Fälle von Online-Missbrauch zu melden.

Die Kommission kündigte an, einen technischen Entwurf zu erstellen, den die EU-Länder an ihre nationalen Besonderheiten anpassen können, sodass er in ihre Meldesysteme integriert werden kann oder rechtliche Nuancen berücksichtigt. Die Blaupause für die App orientiert sich an einer bereits bestehenden Anti-Cybermobbing-App in Frankreich namens 3018.

Die EU-App soll Opfern laut Kommission den Zugang zu nationalen Hotlines erleichtern. Opfer könnten sie auch nutzen, um Beweise für Cybermobbing zu speichern, damit diese an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden können. Die EU-Exekutive plant, die europaweite Einführung nationaler Apps ab dem dritten Quartal dieses Jahres zu starten.

Entwurf für eine App zur Altersüberprüfung

Dies ist nicht der erste Versuch der Kommission, einen technischen Entwurf zum Schutz von Kindern vor Online-Gefahren zu erstellen: Im Juli 2025 veröffentlichte sie einen Entwurf für eine App zur Altersüberprüfung, um die EU-Länder bei der Entwicklung nationaler Apps zu unterstützen. Ziel ist es, ein standardisiertes Tool bereitzustellen, mit dem Online-Plattformen das Alter ihrer Nutzer überprüfen können, um Minderjährige vor altersunangemessenen Inhalten zu schützen.

Die Kommission hat außerdem Leitlinien zum Schutz von Kindern im Rahmen des EU-Regelwerks für Online-Governance, dem Gesetz über digitale Dienste (DSA), erstellt. Der heutige Aktionsplan sieht eine bevorstehende Überarbeitung dieser Leitlinien vor, um die Empfehlungen zur Bekämpfung von Cybermobbing zu verschärfen.

In den DSA-Leitlinien ist bereits festgelegt, dass Plattformen Kinder vor Cybermobbing schützen sollen. Der Aktionsplan schlägt jedoch vor, die Effizienz der Meldetools durch ein verbessertes Design und optimierte Möglichkeiten zur Speicherung von Informationen als Beweismittel zu verbessern.

Verbot des Zugangs jüngerer Kinder zu sozialen Medien

Die EU-Strategie gegen Cybermobbing kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die regionalen Maßnahmen zum Schutz von Kindern weiter verstärkt werden und immer mehr Mitgliedstaaten sich für ein Verbot des Zugangs jüngerer Kinder zu sozialen Medien aussprechen, darunter Frankreich, Spanien, Dänemark und Zypern.

Bereits im September kündigte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula Von der Leyen, in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union an, dass sie ein Expertengremium zum Thema Online-Sicherheit von Kindern einberufen werde. Der Aktionsplan sieht vor, dass die Empfehlungen des Gremiums nun bis zum Sommer vorliegen sollen.

Von der Leyen hatte ursprünglich gesagt, dass das Gremium bis Ende 2025 eingerichtet werden sollte, aber der Start der Initiative wurde auf„Anfang” 2026 verschoben.

Der Aktionsplan enthält zwar keine weiteren Details, erwähnt jedoch, dass das Expertengremium einen „koordinierten, möglicherweise legislativen europäischen Ansatz für Altersgrenzen” prüfen könnte.

(nl)