EU-Kommission mauert bei Fragen über von der Leyens Gesundheit

Die EU-Kommission wich am Montag erneut Fragen aus, warum sie die Öffentlichkeit nicht über den Gesundheitszustand von Ursula von der Leyen informiert hatte. Die Kommissionspräsidentin lag wegen einer Lungenentzündung Anfang des Jahres im Krankenhaus.

EURACTIV.com
EU Commission Spokesperson Paula Pinho
Pinho versuchte zunächst, weitere Fragen der Reporter zu diesem Thema zu unterbinden und beklagte sich, dass die Reporter stets „dieselbe Frage“ stellen würden. [Photo by Dursun Aydemir/Anadolu via Getty Images]

Die EU-Kommission wich am Montag erneut Fragen aus, warum sie die Öffentlichkeit nicht über den Gesundheitszustand von Ursula von der Leyen informiert hatte. Die Kommissionspräsidentin lag wegen einer Lungenentzündung Anfang des Jahres im Krankenhaus.

Brüssel – Dass die Kommissionspräsidentin etwa eine Woche lang aufgrund einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus lag, wurde am vergangenen Freitag von der dpa bekannt gegeben.

Bis dahin hatte die Kommission irreführende Aussagen gemacht, in denen betont wurde, von der Leyen halte „die Geschäfte am Laufen“, was stark implizierte, dass sie von zu Hause aus arbeite. Der EU-Kommission wird nun vorgeworfen, durch das Verschweigen des Krankenhausaufenthalts gelogen zu haben.

Nach den Enthüllungen bekamen Reporter am Montag erstmals die Gelegenheit, die Chefsprecherin der Kommission, Paula Pinho, auf einer Pressekonferenz zu befragen. Doch Pinho weigerte sich, darauf einzugehen, warum die Kommission nicht transparenter gewesen sei.

„Wir haben alle Informationen offengelegt, indem wir gesagt haben, dass die Präsidentin an einer schweren Lungenentzündung leidet, dass sie sich in Hannover mit der notwendigen medizinischen Betreuung darum kümmert, dass sie ihre externen Termine abgesagt hat, dass sie täglich mit ihrem Team in Kontakt steht und ihre Handlungsfähigkeit daher nie infrage stand“, sagte Pinho vor den Presseverstretern.

Pinho versuchte zunächst, weitere Fragen der Reporter zu diesem Thema zu unterbinden und beklagte sich, dass die Reporter stets „dieselbe Frage“ stellen würden.

Eddy Wax von Politico betonte, dass er Pinho bereits letzten Mittwoch direkt gefragt hatte, ob von der Leyen ins Krankenhaus eingeliefert worden sei, und damals lediglich die Antwort „kein Update“ erhalten habe.

Pinho wiederholte daraufhin, dass die Kommission die Presse über von der Leyens Erkrankung informiert habe, und erklärte nicht, warum sie die Frage in der vergangenen Woche nicht beantwortet hatte.

„Die Kommission ist eine seriöse, demokratische Institution. Ich kann mir keine seriöse westliche Demokratie vorstellen, die der Öffentlichkeit nicht mitteilen würde, dass ihre Führungskraft im Krankenhaus liegt“, sagte Laurence Norman vom Wall Street Journal. „Das erinnerte eher an das Verhalten Beijings als an eine westliche Demokratie. Warum haben Sie uns also nichts gesagt?“

Pinho wich der Frage daraufhin erneut aus: „In der Tat sind wir eine seriöse demokratische Institution, und genau deshalb haben wir alle und öffentlich über den ernsthaften Gesundheitszustand unserer Präsidentin informiert.“

[Bearbeitet von Owen Morgan/Kjeld Neubert]