EU nach Ausbruch der Vogelgrippe in Alarmbereitschaft [DE]

Nach der Ausbreitung des Krankheitserregers H5N1, auch als Vogelgrippe bekannt, auf einem Hof in Suffolk, fordert die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, schärfere Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten. Jedoch kritisierte die EU die Einfuhrbeschränkungen für britisches Geflügel, die unter anderem Russland und Japan erlassen haben.

Nach der Ausbreitung des Krankheitserregers H5N1, auch als Vogelgrippe bekannt, auf einem Hof in Suffolk, fordert die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, schärfere Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten. Jedoch kritisierte die EU die Einfuhrbeschränkungen für britisches Geflügel, die unter anderem Russland und Japan erlassen haben.

Der Pressesprecher der Kommission, Michael Mann, kritisierte am 6. Februar 2007, dass jedes generelle Einfuhrverbot für Geflügel aus Staaten wie Großbritannien unangemessen und nicht gerechtfertigt sei.

Mann fügte hinzu, dass die Einschränkungen nur für die betroffenen Gebiete gelten dürften. Es bestehe kein generelles Problem, vielmehr handele es sich um einen Hof.

Zuvor war bekannt geworden, dass Russland, Japan, Südafrika, Hongkong und Korea Einfuhrbeschränkungen für Geflügel und Geflügelprodukte aus Großbritannien erlassen hatten – eine Maßnahme, die Einbußen in Millionenhöhe für die britische Geflügelindustrie bedeutet.

Mann wies Presseberichte zurück, nach denen Irland ebenfalls Einfuhrbeschränkungen erlassen habe. Dies sei schlicht nicht wahr, so der Pressesprecher, der hinzufügte, es sei unmöglich für ein einzelnes EU-Land, Importe aus einem anderen EU-Staat zu stoppen. Mann betonte, dass der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit, der am 6. Februar in Brüssel zusammengekommen war, die britischen Maßnahmen wahrgenommen und gebilligt habe. Zu diesen gehören Überwachung und die Schaffung von Schutzzonen nach dem Ausbruch.

Auf dem Hof in Suffolk in Südengland waren 2.500 Truthähne an der Vogelgrippe verendet. Die restlichen 159.000 Vögel wurden am 6. Februar getötet. In versiegelten Lastwagen wurden die Vögel dann nach Staffordshire gebracht, um dort verbrannt zu werden.

Ein Tierarzt, der an der Tötung der Vögel beteiligt gewesen war, wurde danach mit leichten „Atmungsschwierigkeiten“ ins Krankenhaus eingeliefert. Die britische Gesundheitsbehörde betonte, es sei „sehr unwahrscheinlich“, dass der Tierarzt, der Schutzausrüstung getragen habe, dem tödlichen H5N1-Virus ausgesetzt worden sei. Es bestehe kein Grund zur Panik.

Währenddessen versuchen Experten weiterhin herauszufinden, wie der Virus nach Suffolk gelangt ist. Mann sagte, dass Experten im Ausschuss für Lebensmittelsicherheit nicht davon ausgingen, dass der Virus aus Ungarn gekommen sei, wie im Fall des letzten Ausbruchs im Januar. Im Januar und Februar gibt es keine Zugvögel. Eine mögliche Quelle, die derzeit von Experten untersucht wird, ist die Ansteckung durch Möwen, deren Exkremente an den Schuhsohlen von Menschen auf den Hof gelangt sein könnten.

Die zwei durch die Vogelgrippe verursachten Todesfälle in Ägypten und Nigeria zeigen, dass die Krankheit außerhalb Europas bereits wesentlich ansteckender ist. Bisher sind mindestens 173 Menschen weltweit an dem Virus gestorben, seit der erste Fall bei Menschen 2003 aufgetreten ist.