EU-Rechnungshof als Ratingagentur: "Wir könnten das"

Der Exklusivbericht von EURACTIV.de über den Vorschlag, den EU-Rechnungshof zur europäischen Ratingagentur zu machen, schlägt Wellen und stößt auf großes mediales Echo.

Vorschlag von Harald Wögerbauer, Präsidiumsmitglied des EuRH in Luxemburg: Warum nicht den EU-Rechnungshof zur europäischen Ratingsagentur machen? Foto: Europäische Union
Vorschlag von Harald Wögerbauer, Präsidiumsmitglied des EuRH in Luxemburg: Warum nicht den EU-Rechnungshof zur europäischen Ratingsagentur machen? Foto: Europäische Union

Der Exklusivbericht von EURACTIV.de über den Vorschlag, den EU-Rechnungshof zur europäischen Ratingagentur zu machen, schlägt Wellen und stößt auf großes mediales Echo.

Österreichs Vertreter im Europäischen Rechnungshof, Harald Wögerbauer, warb im Gespräch mit EURACTIV.de für eine eigene europäische Länderbewertung als Konkurrenz zu den US-Agenturen. In seinem ungewöhnlichen Vorschlag plädiert er dafür, dass der EU-Rechnungshof diese heikle Aufgabe übernimmt. “Wir könnten das.“

Der Rechnungshof in Luxemburg verfügt über rund 1.000 Beamte. Ein Teil von ihnen könnte sich künftig mit Ratings befassen; zum Teil müsste Personal aufgestockt werden. 

Der EuRH hat laut Wögerbauer nicht nur Erfahrung bei Zuverlässlichkeitsprüfungen, sondern verfüge auch über die notwendige Unabhängigkeit. Denn an ihm seien keine Banken beteiligt.

Ob sich das Rating des Rechnungshofes jedoch durchsetzt, hänge freilich einzig von der Qualität der Bewertung ab. Wögerbauer macht sich auf Anfrage der österreichischen Zeitung “Die Presse” keine Illusionen: „Das entscheidet letztlich der Markt.“ 

vyt/ekö


Links

Bericht auf EURACTIV.de: EU-Rechnungshof als europäische Ratingagentur? (27. Dezember 2011) 

Bericht in "Die Presse" (29. Dezember 2011)

Bericht in den Oberösterreichischen Nachrichten (29. Dezember 2011)