EU umgarnt Grönland für kritische Rohstoffe

Die EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen, hält sich bis Mittwoch (18. September) in Grönland auf. Dies ist der neueste Schritt der EU-Kommission zur Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und kritische Rohstoffe.

Euractiv.com
Greenland, Qeqertalik, Midnight sun lights abandoned homes at shuttered coal mine in Qullissat destroyed by tsunami along Vaigat Strait off Nuussuaq Peninsula on summer evening
Das Gebiet mit weniger als 60.000 Einwohnern, das über Dänemark mit der EU assoziiert, aber nicht Teil der Union ist, ist Gegenstand wachsenden europäischen Interesses. [<a href="https://www.gettyimages.fr/search/2/image-film?agreements=pa%3A199074&family=creative&phrase=Greenland%20mine&sort=best" target="_blank" rel="noopener">Paul Souders/gettyimages</a>]

Die EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen, hält sich bis Mittwoch (18. September) in Grönland auf. Dies ist der neueste Schritt der EU-Kommission zur Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und kritische Rohstoffe.

Das Gebiet mit weniger als 60.000 Einwohnern, das über Dänemark mit der EU assoziiert, aber nicht Teil der Union selbst ist, erfährt zunehmend europäisches Interesse.

Grönland verfügt über große Reserven an kritischen Rohstoffen wie Lithium, die für den Bau neuer klimafreundlichen Energietechnologien wie Windturbinen, Solarmodule und Batterien von entscheidender Bedeutung sind. Einem Bericht des Zentrums für Mineralien und Materialien (MiMa) des Geologischen Dienstes von Dänemark und Grönland zufolge beherbergt Grönland elf der 34 Rohstoffe, die von der EU als „strategisch wichtig“ eingestuft werden.

Der Wettlauf um saubere Technologien ist jedoch global und Europa ist nicht der einzige Akteur, der an dem Gebiet interessiert ist.

Die USA haben 2020 ein Konsulat in Grönland wiedereröffnet, nachdem der damalige Präsident Donald Trump vorschlug, das Gebiet von Dänemark zu kaufen. Auch China investiert in grönländische Flughäfen, Häfen und Minen.

Ein bevorstehender Bergbauboom

Derzeit sind auf der arktischen Insel nur zwei Minen in Betrieb, in denen wertvolle Mineralien abgebaut werden, doch das wird sich wahrscheinlich ändern.

Das vom Bluejay Mining-Konsortium unterstützte Titan-Bergbauprojekt Dundas IImenite und das Zink-Blei-Projekt des australischen Unternehmens Ironbark wurden beide von der grönländischen Regierung genehmigt.

Im Juni 2024 gab das US-amerikanische Unternehmen Critical Metals bekannt, dass es 197 Millionen Euro für die Übernahme des Projekts „Tanbreez“-Projekts, welches seltene Erden abbaut, in Grönland gezahlt habe.

Eine immer engere Beziehung

Der heutige Besuch von Kommissarin Urpilainen ist nur der jüngste Schritt der EU auf diesem Gebiet.

Im November 2023 unterzeichnete die Kommission mit der grönländischen Regierung eine Absichtserklärung über essenzielle Rohstoffe.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte das Gebiet im März 2024, um ein EU-Büro in der Hauptstadt Nuuk zu eröffnen. Sie erklärte: „Neue Arbeitsplätze in Grönland, bessere Versorgungssicherheit für Europa; wir können beide von einer stärkeren Zusammenarbeit in diesen Bereichen profitieren.“

Die EU muss zwar mit anderen Weltmächten um Einfluss in dem Gebiet konkurrieren, hat aber möglicherweise zumindest einen Vorteil. Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und zählt zu den Überseeischen Ländern und Gebieten der EU. Im Rahmen dieser Vereinbarung ist bereits festgelegt, dass Grönland 225 Millionen Euro an Finanzmitteln von der EU erhält.

Eine weitere Zusammenarbeit ist geplant. Am 30. September findet die erste Handelsmission zwischen der EU und Grönland statt, deren Schwerpunkt auf kritischen Rohstoffen und erneuerbaren Energien liegt.

[Bearbeitet von Donagh Cagney/Owen Morgan/Kjeld Neubert]