Europäische Erdbeobachtungsinitiative tritt in Umsetzungsphase ein [DE]

Mit Abschluss der Debatten über die EU-Initiative zur Erdbeobachtung und Geoinformation zum Schutz der Umwelt (GMES) kann die Umsetzung des Projekts beginnen. Es soll eine zügigere Reaktion auf Naturkatastrophen ermöglichen.

Mit Abschluss der Debatten über die EU-Initiative zur Erdbeobachtung und Geoinformation zum Schutz der Umwelt (GMES) kann die Umsetzung des Projekts beginnen. Es soll eine zügigere Reaktion auf Naturkatastrophen ermöglichen.

Bei der vierten Sitzung des Weltraumrates am 21. April 2006 ging es vor allem um die europäische Initiative zur Erdbeobachtung und Geoinformation zum Schutz der Umwelt (GMES). Sie fand im Anschluss an eine Konferenz statt, die der Einbeziehung der Regionen und öffentlicher Einrichtungen in die Initiative gewidmet war. Die Minister und Konferenzteilnehmer erörterten darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten zur Schaffung eines Markts für GMES-Dienste.

In diesem Zusammenhang hat der österreichische Vizekanzler Hubert Gorbach rechtzeitige Maßnahmen im Bereich „Bereitstellung öffentlicher Güter“ angemahnt, um neue intelligente Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, und gesagt, dass „neue Modelle der Zusammenarbeit  zwischen dem öffentlichen Sektor, der Forschung und Industrie, von Dienstleistern und Nutzern überlegenswert“ seien. 

Unter Erdbeobachtung versteht man das Monitoring von Veränderungen der Erdoberfläche, die eine frühzeitige Erkennung von und Reaktion auf Naturkatastrophen (z. B. Fluten) und andere Katastrophen (z. B. Chemieunfälle) ermöglichen. 

„Nur mit Satelliten kann man heute große Gebiete, unabhängig von Grenzen und in Echtzeit beobachten. Für die schnelle Verteilung der Daten sind Satelliten unverzichtbar“, unterstrich Dr. Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtungssysteme. 

Aus diesem Grund ist das europäische Satellitennavigationssystem GALILEO von großer Bedeutung. Dennoch gibt es Unterstützung für Pläne, das Projekt aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten, in denen es zurzeit steckt, weniger umfangreich ausfallen zu lassen. So ist Philippe Busquin, EP-Abgeordneter und ehemaliger EU-Forschungskommissar, beispielsweise der Meinung, dass GALILEO auch mit 24 anstatt der geplanten 30 Satelliten auskommen könnte.