Finnische Energieunternehmen bereiten sich auf Sabotage-Aktionen vor

Die zunehmende Verbreitung von Desinformation, Cyberangriffen und der Einsatz von Drohnen bereiten den finnischen Behörden Sorgen. Unterdessen verstärkt der finnische Übertragungsnetzbetreiber seine Sicherheitsmaßnahmen.

Euractiv.com
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Die zunehmende Verbreitung von Desinformation, Cyberangriffen und der Einsatz von Drohnen bereiten den finnischen Behörden Sorgen. [EPA-EFE/MAURITZ ANTIN]

Die zunehmende Verbreitung von Desinformation, Cyberangriffen und der Einsatz von Drohnen bereiten den finnischen Behörden Sorgen. Auch deswegen verstärkt der finnische Übertragungsnetzbetreiber seine Sicherheitsmaßnahmen.

Derweil ringen die EU-Länder um eine gemeinsame Vision für die kurzfristige Sicherung kritischer Infrastrukturen.

Sabotage-Akten seien in diesem Winter nicht auszuschließen, sagte ein anonymer Mitarbeiter eines Energieunternehmens in einem Interview mit Ilta-Sanomat am Montag (7. November). Er wies darauf hin, dass es bereits zu technischen „Störungen“ gekommen sei, ohne Einzelheiten zu nennen.

Was Drohnen betrifft, so hat die finnische Polizei im Oktober genauso viele Meldungen über dubiose Drohnen erhalten wie in den vorangegangenen neun Monaten dieses Jahres.

Auch die Zahl der Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen hat zugenommen. Nach Angaben des Nationalen Cyber-Sicherheitszentrums stiegen die Zahlen von drei Angriffen im Jahr 2021 auf 11 in diesem Jahr.

Der russische Geheimdienst ändere seine Vorgehensweise und „wird sich über den Winter dem Cyberumfeld zuwenden“, warnte der Sicherheits- und Nachrichtendienst ebenfalls Ende September.

Anlass zur Sorge geben auch Immobilien in russischem Besitz, insbesondere solche in der Nähe von Energieanlagen. Nächstes Jahr können sich die Behörden auf ein neues Gesetz stützen, das ihnen die Möglichkeit einräumt, den Verkauf von Grundstücken in die „falschen Hände“ zu verweigern.

Laut Ilta-Sanomat gab der Bereichsleiter Tuomas Rauhala von Fingrid, dem finnischen Übertragungsnetzbetreiber, allerdings eine beruhigende Botschaft ab. Die Bereitschaft sei nach wie vor gut, und sie werde ständig verbessert, so Rauhala.

Finnland und andere baltische Partner befassen sich auch mit der Frage, wie man die Stromversorgung in angemessener Weise verbessern kann.

Bei einem Treffen in Helsinki in der ersten Novemberwoche erklärten sich die Betreiber der Übertragungsnetze im Ostseeraum bereit, „zusammenzuarbeiten, um die Angemessenheit der Stromversorgung zu erleichtern und sich gegenseitig die notwendigen Informationen sowie Systemdienstleistungen zur Verfügung zu stellen, um Risiken zu verringern.“

Die Verwundbarkeit der kritischen Infrastrukturen der EU geriet Ende September ins Rampenlicht, nachdem ein Leck in zwei Nord Stream-Pipelines in der Ostsee entdeckt wurde, ein Akt absichtlicher Sabotage, den westliche Sicherheitsbehörden Russland anlasteten.

Seitdem sind westliche Beamte zunehmend misstrauisch gegenüber Moskau geworden. Ist der Kreml in „Vorfälle“ innerhalb der EU verwickelt?

Zuletzt wurde der Bahnverkehr in mehreren Bundesländern durch die Sabotage von Kabeln unterbrochen. Diese Vorfälle lösten bei den Staats- und Regierungschefs der EU ein Gefühl der Dringlichkeit aus, und sie bemühen sich seitdem, Gaspipelines, Unterseekabel und Verkehrsnetze zu sichern.

Am 5. Oktober stellte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Fünf-Punkte-Plan zur Sicherung kritischer europäischer Infrastrukturen vor, der unter anderem die Durchführung von Stresstests und die frühzeitige Umsetzung der Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (Critical Entities Resilience Directive, CER) vorsieht. Dieser Vorschlag wurde als Empfehlung an die EU-Länder ausgearbeitet.

Wie aus den von EURACTIV eingesehenen schriftlichen Rückmeldungen von EU-Mitgliedstaaten hervorgeht, sind die europäischen Regierungen jedoch alles andere als begeistert davon, dass ihre Verantwortung ausgeweitet werden soll.

Deutschland, Frankreich, Schweden und Slowenien äußerten überdies Bedenken, dass der Text der EU-Kommission deutlich über das hinausgeht, was bereits in der CER-Richtlinie vereinbart wurde.