Frankreich will Stromleitungen nach Irland und Italien ausbauen

Die irischen und französischen Behörden haben bestätigt, dass der Celtic Interconnector bis 2027 fertiggestellt sein wird, obwohl die Kosten des Projekts erheblich nach oben geschnellt sind.

EURACTIV.fr
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Der Celtic Interconnector wird La Martyre in der Bretagne mit Knockraha in Irland über eine 575 km lange Pipeline und eine installierte Kapazität von 700 Megawatt (MW) verbinden. [[shutterstock / urbans]]

Die irischen und französischen Behörden haben bestätigt, dass der Celtic Interconnector bis 2027 fertiggestellt sein wird, obwohl die Kosten des Projekts erheblich nach oben geschnellt sind.

Der französische Netzbetreiber bestätigte auch die teilweise Inbetriebnahme der Stromleitung zwischen Savoyen-Piemont, die Frankreich und Italien verbindet.

Die Betreiber des Projekts Celtic Interconnector, einer Stromverbindung zwischen Frankreich und Irland, teilten den zuständigen Energieregulierungsbehörden am 30. September mit, dass sich die Kosten für das Projekt auf über 1,6 Milliarden Euro belaufen werden, was einem Anstieg von 75 Prozent gegenüber den ursprünglichen Schätzungen von 930 Millionen Euro aus dem Jahr 2019 entspricht.

Nach einer Neubewertung des Projekts bestätigten die französische Energieregulierungsbehörde CRE und ihr irisches Pendant CRU am Donnerstag (10. November), dass das Projekt, das 2027 fertiggestellt werden soll, weitergeführt wird.

„Das Projekt ist […] trotz des erheblichen Kostenanstiegs von großem wirtschaftlichen und ökologischen Interesse“, so die CRE.

Das Projekt, das von der EU als Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI) anerkannt wurde, wird La Martyre in der Bretagne mit Knockraha in Irland über ein 575 km langes Kabel mit einer installierten Leistung von 700 Megawatt (MW) verbinden.

Eine neue Kostenaufteilung

Ursprünglich war der irische Netzbetreiber EirGrid für 65 Prozent der Kosten verantwortlich, während der französische Netzbetreiber RTE die restlichen 35 Prozent übernahm. Doch die steigenden Kosten haben die Lage verändert.

Erstens mussten die Regulierungsbehörden die ursprünglichen Projektkosten angesichts der geschätzten Inflation bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2027 neu bewerten, was einen Anstieg von 930 Millionen Euro auf 1,178 Milliarden Euro bedeutet. Bis zu diesem Betrag bleibt die Kostenaufteilung unverändert.

Die verbleibenden 445 Mio. EUR werden nach der neuen Kostenschätzung von über 1,6 Milliarden Euro zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Die EU hat sich außerdem bereit erklärt, das Projekt mit 530 Millionen Euro zu bezuschussen.

Sie habe an dem Projekt „ein erhebliches strategisches Interesse“, da es eine direkte Verbindung zwischen französischen und irischen Netzen „im Zusammenhang mit dem Brexit und der Solidarität zwischen den EU-Mitgliedstaaten“ herstellt.

Frankreich und Italien

Neben dem irischen Projekt wurde am Montag (7. November) der Stromverbund Savoyen-Piemont zwischen Frankreich und Italien teilweise (zu 50 Prozent) in Betrieb genommen.

Dies ist der erste Schritt auf dem Weg zur vollständigen Inbetriebnahme der (nach Angaben des Betreibers RTE) längsten Gleichstromverbindung der Welt im Jahr 2023 mit einer Kapazität von 1 200 MW.

Obwohl sich das Projekt verzögert und mehr als 1 Milliarde Euro kostet, zeigte sich die Präsidentin der CRE, Emmanuelle Wargon, erfreut darüber, dass „die gegenseitige Unterstützung zwischen Frankreich und Italien von Tag zu Tag stärker wird.“

Letztendlich wird das Projekt die Kapazität des Stromaustauschs zwischen Italien und Frankreich auf 4.450 MW erhöhen, was einer Steigerung von 40 Prozent gegenüber der derzeit installierten Kapazität entspricht.

Frankreich verfügt derzeit über 50 grenzüberschreitende Stromverbindungsleitungen.

Gas-Verbindungsleitungen

Frankreich treibt den Ausbau der Gasverbundnetze angesichts der Versorgungskrise, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde, weiter voran.

Am 20. Oktober einigten sich Frankreich und Spanien darauf, die ursprünglich geplante MidCat-Gaspipeline aufzugeben und durch das Projekt der „BarMar“-Wasserstoffpipeline zwischen Barcelona und Marseille zu ersetzen.

Das übergeordnete Ziel besteht darin, bis zum Jahr 2040 zum Bau des sogenannten European Hydrogen Backbone, einem Konzept für die Vernetzung der europäischen Wasserstoffinfrastruktur, beizutragen. Dieser soll 21 Länder auf einer Länge von 39.700 km verbinden.

Ein solches Projekt, sei es Gas oder Wasserstoff, ist von großem Interesse für Deutschland, dessen Energiestrategie zum Teil auf der Verlagerung der Produktion und der Diversifizierung der Erzeuger beruht – und damit auch auf dem Ausbau der grenzüberschreitenden Verbundnetze.

Darüber hinaus liefert Frankreich seit dem 13. Oktober Gas nach Deutschland über die Flussumkehr an der Verbindungsleitung Obergailbach/Medelsheim.

Ziel ist es, 100 Gigawattstunden (GWh) Gas pro Tag nach Deutschland zu liefern, d.h. so viel Energie wie vier Atomreaktoren, so Thierry Trouvé, Geschäftsführer von GRTGaz, der das Projekt am 14. September bei der Vorstellung seines Winterausblicks erläuterte.

Lesen Sie den französischen Originalartikel hier.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald und Frédéric Simon]