Frankreich: Autobahnfirmen sollen für Klimaschutz zahlen
Die Kosten für die Umstellung auf klima- und umweltfreundliche Technologien müssen auch von den Straßenbauunternehmen getragen werden, sagte der französische Verkehrsminister Clément Beaune in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit Le Monde.
Die Kosten für die Umstellung auf klima- und umweltfreundliche Technologien müssen auch von den Straßenbauunternehmen getragen werden, sagte der französische Verkehrsminister Clément Beaune in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit Le Monde.
Nach Angaben des Hohen Klimarats lag der Verkehrssektor in Frankreich 2021 mit 30 Prozent der Treibhausgasemissionen an der Spitze, gefolgt von Landwirtschaft und Industrie (19 Prozent) und dem Gebäudesektor (18 Prozent). Zu den größten Verursachern im Verkehrssektor gehörten Pkw (53 Prozent), Lkw (27 Prozent), Nutzfahrzeuge (14 Prozent) und der Luftverkehr (3 Prozent).
Um diese hohen Emissionen zu kompensieren, müssten die Autobahngesellschaften „einen finanziellen Beitrag zur nachhaltigen Transformation leisten“, sagte Beaune und fügte hinzu, man werde dies „in den kommenden Monaten ohne Tabus diskutieren, auch an der Steuerfront.“
Kurzfristig sollen die Gewinne der Autobahngesellschaften demnach genutzt werden, „um mehr in den ökologischen Wandel zu investieren“, insbesondere durch Elektro-Terminals oder Parkplätze für Fahrgemeinschaften, die es bereits auf einigen Autobahnabschnitten gibt, fügte er hinzu.
Auf die Frage nach der Besteuerung der Rekordgewinne, die die Unternehmen in den letzten drei Jahren gemacht haben, sagte Beaune, dass Präsident Emmanuel Macron „selbst einen Mechanismus auf europäischer Ebene vorgestellt hat, der diese Supergewinne besteuert.“
„Dieser Beitrag finanziert bereits im Haushalt für 2023 außergewöhnliche Ausgaben wie den Zollschutz“, fügte er hinzu.
Zuletzt hatten hohe Gewinnprognosen fossiler Unternehmen wie Total, das für 2022 einen Gewinn von 20 Milliarden Euro angekündigt hat, zu Unmut in der französischen Gesellschaft geführt.
„Der CEO von Total wollte der Kontroverse zuvorkommen, indem er einen neuen Rabatt einführte“, so Beaune. „Was gut für die Kaufkraft ist, ist immer zu begrüßen, aber wir müssen dieses Geld zuvorderst zur Finanzierung des ökologischen Übergangs verwenden, anstatt fossile Brennstoffe zu unterstützen.“