Großbritannien: Kontroverse um "minderwertige" Studiengänge
Der britische Premier Rishi Sunak will Universitäten verpflichten, die Zahl der Studierenden in "minderwertigen" Studiengängen zu begrenzen. Kritiker befürchten, dabei könnten Studiengänge mit vielen Studierender aus der Arbeiterklasse oder ethnischer Minderheiten ins Visier geraten.
Der britische Premier Rishi Sunak will Universitäten verpflichten, die Zahl der Studierenden in „minderwertigen“ Studiengängen zu begrenzen. Kritiker befürchten, dabei könnten Studiengänge mit vielen Studierender aus der Arbeiterklasse oder ethnischer Minderheiten ins Visier geraten.
Wie die Zeitung The Guardian meldete, will Sunak am Montag (17. Juli) ankündigen, dass Universitäten für Studiengänge, aus denen ein geringerer Teil der Studierenden später eine professionelle Karriere einschlägt, ein Unternehmen gründet oder einen Masterabschluss macht, künftig die Zahl der Studienanfänger begrenzen müssen.
Doch aus Sicht von Kritikern dürfte ein solcher Schritt vor allem Universitäten und Studiengänge mit mehr Studierenden aus der Arbeiterklasse betreffen, die über geringere finanzielle Mittel verfügen und daher eher zu Studienabbrüchen neigen.
Gleichzeitig steht die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Vereinigten Königreichs in das EU-Programm zur Forschungsforderung, Horizon Europe, weiter aus.
Obwohl Sunak am Rande des NATO-Gipfels vergangene Woche in Vilnius Gespräche mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen führte, wurde keine offizielle Ankündigung gemacht.
Am Donnerstag erneuerten die European University Association und Universities UK ihre Aufforderung an die politischen Entscheidungsträger, eine Einigung über die britische Beteiligung an EU-Forschungsprogrammen zu erzielen.
Die Gespräche seien zwar „ermutigend“, doch müsse eine Einigung erzielt werden, da „Forschende aus dem Vereinigten Königreich und der EU so bald wie möglich Klarheit brauchen.“