Guttenberg-Nachfolge: Merkel lässt sich Zeit
Zu Guttenberg bleibt geschäftsführend als Verteidigungsminister im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel Dienstag an. Einen Nachfolger benannte sie noch nicht. Auf die Frage, ob sie selbst sich in der Causa Guttenberg Fehler vorzuwerfen habe, antwortete sie in einem Fünf-Minuten-Pressegespräch nicht. Den CSU-Politiker lobte sie mit Nachdruck.
Zu Guttenberg bleibt geschäftsführend als Verteidigungsminister im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel Dienstag an. Einen Nachfolger benannte sie noch nicht. Auf die Frage, ob sie selbst sich in der Causa Guttenberg Fehler vorzuwerfen habe, antwortete sie in einem Fünf-Minuten-Pressegespräch nicht. Den CSU-Politiker lobte sie mit Nachdruck.
Gerüchte über einen Nachfolger für den zurückgetretenen Verteidigungsminister kursierten am Dienstag in Berlin zahlreich. Als die Regierungschefin kurzfristig zu einem Pressestatement ins Kanzleramt lud, erwarteten sich die Journalisten einen Hinweis auf die wichtige Personalie. Sie wurden enttäuscht. Merkel sagte, heute sei nicht die Stunde, über einen Nachfolger zu reden und zu entscheiden.
Ob die CSU weiterhin Anspruch auf den Posten habe, "werden wir klären – wenn die CSU das möchte", sagte Merkel.
Sie selbst sei heute morgen von der Bitte Guttenbergs informiert worden, seinen Rücktritt anzunehmen. Sie habe daraufhin mit ihm ein Gespräch gehabt. Sie lasse ihn schweren herzens gehen. "Es wird sicher nicht das letzte Gespräch gewesen sein", betonte Merkel. Sie wolle weiterhin mit ihm die Zusammenarbeit suchen und weiterhin Gespräche führen.
Die Bedenken der Wissenschaft könne sie als ehemalige Wissenschaftlerin und Ehefrau eines aktiven Wissenschaftlers gut verstehen. Für sie zähle aber die politische Begabung und das Herzblut, mit dem Guttenberg sein Amt ausgeübt habe. Deshalb nehme sie den Rücktritt mit Respekt entgegen. "Wie viele Menschen im Land" sei sie jedoch betrübt.
Das Pressegespräch am frühen Nachmittag dauerte exakt fünf Minuten. Merkel ließ nur drei Fragen zu, gab sehr kurze Antworten und verließ das Pressefoyer eilig und grußlos.
Ewald König