Islamistischer Terror: Schweden wird zunehmend zum Ziel
Terroristische Bedrohungen von Schweden haben zugenommen, warnt der schwedische Sicherheitsdienst. Ein Hauptgrund sei die Verbrennung des Korans vor der türkischen Botschaft im Februar.
Terroristische Bedrohungen von Schweden haben zugenommen, warnt der schwedische Sicherheitsdienst. Ein Hauptgrund sei die Verbrennung des Korans vor der türkischen Botschaft im Februar.
Nach Angaben der Nachrichtendienste ist Schweden aufgrund des Trends heute mehr denn je das Ziel von gewalttätigem Extremismus.
„Der jüngste Trend bei den Drohungen gegen Schweden und schwedische Interessen ist ernst zu nehmen und beeinträchtigt die Sicherheit Schwedens. Der schwedische Sicherheitsdienst stellt eine Zunahme der terroristischen Bedrohungen im Nachrichtenfluss fest“, so Säpo.
„Der schwedische Sicherheitsdienst arbeitet bei seinen Bemühungen um den Schutz der nationalen Sicherheit eng mit nationalen und internationalen Partnern zusammen und bewertet die Bedrohungslage laufend. Die Situation nach den jüngsten Ereignissen ist problematisch“, heißt es weiter.
Auslöser für die Zunahme der Bedrohungen war die Verbrennung des Korans vor der türkischen Botschaft in Stockholm im vergangenen Monat durch Rasmus Paludan, einen dänisch-schwedischen Rechtsextremisten.
Die Verbrennung führte zu Massendemonstrationen in der gesamten muslimischen Welt von Istanbul bis Jakarta und verschlechterte die Beziehungen zur Türkei, die sich nun weigert, Schwedens NATO-Beitritt zu akzeptieren.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte Schweden sogar auf, seine Gesetze zur Meinungsfreiheit zu ändern und die Verbrennung von Koranbüchern unter Strafe zu stellen.
„Ich kann nicht auf die Art der Bedrohungen eingehen. Was die [Quelle der] Bedrohungen anbelangt, so sind wir vor allem im Visier des gewaltbereiten islamistischen Umfelds“, sagte Fredrik Hallström, Leiter der Terrorismusbekämpfung bei Säpo, gegenüber SVT Nyheter.
Der Krieg in der Ukraine sowie internationale Gerüchte über eine angebliche Beteiligung schwedischer Sozialdienste an der illegalen Trennung von Kindern von ihren Eltern hätten ebenfalls zum Anstieg der Bedrohungen beigetragen, so Hallström weiter.
Die Terrorbedrohungsstufe in Schweden bleibt jedoch unverändert, obwohl sie auf einer Fünf-Punkte-Skala auf einem erhöhten Wert von drei liegt.
„Sie liegt schon seit einiger Zeit auf einem hohen Niveau. Die Bewertung schließt das Risiko von Anschlägen ein“, sagte Hallström und fügte hinzu, dass die Bewertung der terroristischen Bedrohung neu bewertet werden könnte, wenn die Bedrohungen in Schweden zunehmen und sich die Sicherheitslage langfristig nicht ändern sollte.