Italien plant milliardenschweren Fonds zur Stärkung wichtiger Lieferketten
Italien plant die Einrichtung eines mindestens zwei Milliarden Euro schweren Fonds für die Stärkung strategisch wichtiger Lieferketten, wie aus einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Gesetzentwurf hervorgeht.
Italien plant die Einrichtung eines mindestens zwei Milliarden Euro schweren Fonds für die Stärkung strategisch wichtiger Lieferketten, wie aus einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Gesetzentwurf hervorgeht.
Der „Made in Italy“-Fonds soll 2023 mit zunächst 700 Millionen Euro und im kommenden Jahr mit weiteren 300 Millionen Euro an staatlichen Mitteln ausgestattet werden.
Dem bisher vertraulichen Entwurf zufolge plant Rom auch, mindestens eine zusätzliche Milliarde Euro aus anderen Quellen außerhalb der öffentlichen Verwaltung zu beschaffen.
Ein früherer Entwurf, der im Mai an die Öffentlichkeit gelangt war, hatte 500 Millionen Euro an privaten Investitionen vorgesehen.
Wie verschiedene Quellen gegenüber Reuters bestätigten, umwirbt Premierministerin Giorgia Meloni offenbar Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Aserbaidschan und Norwegen, die zu dem Fonds beitragen sollen.
Das Programm würde Unternehmen unterstützen, die in wichtigen Versorgungsketten tätig sind, und gleichzeitig darauf abzielen, die Beschaffung und Wiederverwendung „kritischer Rohstoffe“ zu fördern.
Melonis Regierung hat es sich zur Priorität gemacht, mehr solcher Materialien im eigenen Land zu gewinnen, um die heimische Industrie weniger abhängig von Importen aus Ländern wie China zu machen.
„Italien verfügt über 16 der 34 Rohstoffe, die von der Europäischen Union als kritisch eingestuft werden“, sagte Industrieminister Adolfo Urso am Montag.
„Diese sind notwendig für den ökologischen und den digitalen Wandel, die für die italienische Industrie von entscheidender Bedeutung sind, um bei der Produktion von elektrischen Batterien und Solarzellen unabhängiger zu sein“, fügte er hinzu.
Italien arbeitet im Rahmen des EU-Gesetzes über kritische Rohstoffe, einem Kernstück der EU-Strategie, um sicherzustellen, dass die italienische Industrie mit den USA und China konkurrieren kann, wenn es um die Herstellung sauberer Technologieprodukte und den Zugang zu den erforderlichen Rohstoffen geht.
Aus dem Gesetzentwurf geht hervor, dass Rom den geplanten Fonds auch für den Erwerb von Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen mit Sitz in Italien, aber außerhalb des Finanzsektors, verwenden könnte.
Der Gesetzentwurf wurde von den staatlichen Rechnungsprüfern des Finanzministeriums genehmigt und soll nun offiziell dem Parlament vorgelegt werden.
Sobald er in Kraft getreten ist, will die Regierung ein separates Dekret erlassen, in dem die Funktionsweise des Fonds und die Ernennung der Verwaltungsgesellschaft festgelegt werden, die dem Entwurf zufolge 2,5 Millionen Euro an jährlichen Gebühren erhalten soll.