Keine Einigung bei Glyphosat-Verlängerung

Im Dauerstreit um die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat haben sich die EU-Staaten erneut nicht einigen können.

Chafer Multidrive FC applying glyphosate and podstick to oilseed rape.
Viele Staaten haben den Gebrauch glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel allerdings für Privatanwender stark eingeschränkt. Österreich beschloss Anfang Juli als erstes Land der EU ein komplettes Verbot des umstrittenen Mittels. [<a href="https://www.flickr.com/photos/chafermachinery/14615481401/" target="_blank" rel="noopener">[Chafer Machinery/Flickr]</a>]

Im Dauerstreit um die Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat haben sich die EU-Staaten erneut nicht einigen können.

Im zuständigen Fachausschuss in Brüssel kam am Donnerstag keine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der EU-Kommission zusammen, die Zulassung um fünf Jahre zu verlängern, wie die Kommission mitteilte. Aber auch gegen diesen Vorschlag gab es keine qualifizierte Mehrheit. Die Zulassung des Mittels läuft am 15. Dezember aus.

In der EU wird seit Jahren über den weit verbreiteten Unkrautvernichter gestritten. Wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine zehnjährige Verlängerung angestrebt, das EU-Parlament forderte ein Aus für das Herbizid in spätestens fünf Jahren sowie klare Anwendungsbeschränkungen.

Die Bundesregierung hatte sich vor der Abstimmung uneins gezeigt: Das Umweltministerium lehnt eine Verlängerung ab, das Landwirtschaftsministerium ist dafür. Deutschland enthielt sich in der Abstimmung am Donnerstag, wie die EU-Kommission mitteilte.

14 der 28 Mitgliedstaaten stimmten für den Vorschlag der Kommission, darunter die wichtigen Agrarländer Dänemark  und die Niederlande. Dagegen stimmten neun Länder, unter ihnen Österreich, Belgien und Frankreich. Zusammen mit Deutschland enthielten sich insgesamt fünf Staaten, auch Bulgarien, Polen, Portugal und Rumänien.