Kommission prüft europäische Open-Source-Kommunikationssoftware

Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Verwaltungen zunehmend besorgt über ihre starke Abhängigkeit von US-Software für ihre tägliche Arbeit sind.

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Personal computer [Foto: RunPhoto / Getty Images]

Die Europäische Kommission testet derzeit den Einsatz europäischer Open-Source-Software für ihre interne Kommunikation, wie ein Sprecher gegenüber Euractiv bestätigte.

Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Verwaltungen angesichts der wachsend unzuverlässigen transatlantischen Beziehungen zunehmend besorgt über ihre starke Abhängigkeit von US-Software für ihre tägliche Arbeit sind.

„Im Rahmen unserer Bemühungen, souveränere digitale Lösungen zu nutzen, bereitet die Europäische Kommission eine interne Kommunikationslösung auf Basis des Matrix-Protokolls vor“, erklärte der Sprecher gegenüber Euractiv.

Matrix ist ein Open-Source-Messaging-Protokoll, das von einer Community entwickelt und von einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in London betreut wird. Es wird bereits häufig für öffentliche Messenger in ganz Europa verwendet, wobei die französische Regierung, deutsche Gesundheitsdienstleister und europäische Streitkräfte Tools nutzen, die auf diesem Protokoll basieren.

Souveräne Backup-Lösung

Die Kommission prüft derzeit den Einsatz von Matrix als „Ergänzung und Backup-Lösung“ zur bestehenden internen Kommunikationssoftware, so der Sprecher.

Das bedeutet, dass es keine Pläne für eine Matrix-basierte Lösung gibt, die Microsoft Teams ersetzen soll, das derzeit laut Aussagen eines EU-Beamten auf einer Konferenz im Oktober auf den Computern der Kommission weit verbreitet ist.

Ein anderes Open-Source-Tool – nämlich die Messaging-App Signal, die auch bei Journalisten sehr beliebt ist – erfüllt derzeit die Backup-Funktion, aber die Software war nicht flexibel genug für eine große Organisation wie die Kommission, sagte der Beamte weiter.

Die Kommission hat auch einen weiteren Anwendungsfall für das Matrix-basierte Kommunikations-Tool im Blick: Es könnte in Zukunft für die Verbindung mit anderen Organen der Union genutzt werden, denen derzeit ein gemeinsames Werkzeug für die sichere Kommunikation fehlt.

Im vergangenen Jahr stellte der EU-Beamte fest, dass bereits eine funktionierende Verbindung zum Parlament bestehe.

(nl)