"Make Greenland Great Again": Gesetzesvorschlag macht Trumps Ambitionen deutlich
Der künftige US-Präsident Donald Trump hat seine Ambitionen, Grönland zu kaufen, weiter verstärkt. Republikanische Abgeordnete brachten im Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf mit dem provokanten Titel „Make Greenland Great Again Act“ ein.
Der künftige US-Präsident Donald Trump hat seine Ambitionen, Grönland zu kaufen, weiter verstärkt. Republikanische Abgeordnete brachten im Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf mit dem provokanten Titel „Make Greenland Great Again Act“ ein.
Kopenhagen – In den letzten Wochen sorgte Trump dann mehrmals für Aufregung in Europa, nachdem er angekündigt hatte, Grönland, das Teil des EU- und NATO-Mitglieds Dänemark ist, kaufen zu wollen. Militärische oder wirtschaftliche Machtanwendung bei einer Übernahme schloss er dabei nicht aus.
Nun geht er mithilfe seiner republikanischen Abgeordneten einen Schritt weiter.
Am Montag wurde ein Gesetzentwurf an mögliche Mitunterzeichner verteilt, der es Trump ermöglichen würde, am 20. Januar um 12:01 Uhr EST – direkt nach seiner Vereidigung – Verhandlungen mit Dänemark über den Kauf Grönlands aufzunehmen.
Zwar hatte die demokratische Führung im US-Kongress über Trumps expansionistische Ambitionen gespottet, die Nachrichtenseite Axios berichtete jedoch, dass einige gemäßigte demokratische Abgeordnete signalisiert hätten, dass sie für die Idee offen seien.
Trump erwähnte den Kauf Grönlands bereits während seiner ersten Amtszeit im Jahr 2019. Für die USA sei es laut Trump „im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt“, die rohstoffreiche und flächenmäßig größte Insel der Welt, zu kontrollieren.
Weitere Spekulationen über die Ambitionen Trumps kamen auf, als sein Sohn Trump Jr. der grönländischen Hauptstadt Nuuk in der vergangenen Woche einen Überraschungsbesuch abstattete.
Beamte aus Dänemark und Grönland haben jedoch wiederholt erklärt, dass die autonome Region nicht zum Verkauf stehe.
„Wir wollen keine Dänen sein. Wir wollen keine Amerikaner sein. Wir wollen Grönländer sein“, sagte der grönländische Premierminister Múte B. Egede am vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen.
Am Montag sagte Egede im Gespräch mit der lokalen und internationalen Presse in der grönländischen Hauptstadt, er freue sich darauf, engere Beziehungen zu den USA aufzubauen.
Axios berichtete, dass dänische Beamte Trumps Team kontaktiert hätten, um ihre Offenheit für eine Ausweitung der US-Militärpräsenz in Grönland zu unterstreichen.
Der grönländische Sender KNR berichtete auch, dass Grönlands Premierminister einem Ausbau des Bergbaus und Handel mit den USA offen gegenüberstehe. Man sei daran interessiert, Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit Trump zu suchen.
Seit 2009 hat Grönland das Recht, seine Unabhängigkeit von Dänemark zu erklären. Die Insel mit etwa 56.000 Einwohnern, die stark auf die finanzielle Unterstützung aus Kopenhagen angewiesen ist, hat bisher davon abgesehen.
Aktuell bereitet sich Grönland auf Parlamentswahlen vor, die noch vor dem 6. April stattfinden sollen.
[Bearbeitet von Alice Taylor-Braçe/Kjeld Neubert]