USA wollen beim NATO-Gipfel in Ankara den Truppenabzug aus Europa abmildern
Es wird erwartet, dass Washington Initiativen für die Rüstungsindustrie und Waffenverkäufe vorstellt, während die Verbündeten über die Lastenteilung und die Bedrohung durch Russland diskutieren.
Während im Vorfeld eines wichtigen Gipfeltreffens in Ankara in der kommenden Woche Fragen zur Zukunft des NATO-Bündnisses hochkochen, wird Washington die Veranstaltung voraussichtlich nutzen, um eine Reihe von Initiativen vorzustellen, mit denen die politischen Auswirkungen einer reduzierten US-Präsenz in Europa abgefedert werden sollen, wie Euractiv erfahren hat.
Die Vereinigten Staaten haben kürzlich ihre Pläne zur Überprüfung ihrer Truppenpräsenz in Europa umgesetzt, wobei US-Verteidigungsminister Pete Hegseth für das eintrat, was er als NATO 3.0 bezeichnet hat.
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Es wird jedoch erwartet, dass führende US-Rüstungsunternehmen am Dienstag in der Türkei gemeinsam eine Reihe von Verteidigungsprojekten ankündigen werden, die in Zusammenarbeit mit der US-Regierung in Europa durchgeführt werden sollen. Der mögliche Verkauf strategisch bedeutender Waffensysteme, darunter Tomahawk-Marschflugkörper, werde ebenfalls ganz oben auf der Tagesordnung stehen, teilte ein US-Beamter Euractiv mit.
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Vor zwei Monaten kündigte die Trump-Regierung nicht nur den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an, sondern auch die Absage der geplanten Verlegung eines Fernfeuerbataillons und eines Luftabwehrbataillons, die der 2. Multi-Domain Task Force zugeordnet waren – einer Einheit der US-Armee, die auf Multi-Domain-Operationen spezialisiert ist.
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Das Typhoon-System, das derzeit ausschließlich von den Vereinigten Staaten betrieben wird und sowohl Tomahawk-Raketen als auch SM-6-Luftabwehrraketen abfeuern kann, wird als möglicher Lückenfüller angesehen. Berlin reichte im vergangenen Jahr ein Ersuchen ein, hat jedoch bislang noch keine Antwort erhalten.
Ein weiterer möglicher Bestandteil des Pakets könnte die Integration von US-Systemen wie GMLRS in europäische Abschussplattformen sein. Die USA hatten ähnliche Anfragen aus Deutschland und Frankreich zuvor abgelehnt.
Insgesamt bleiben die Verantwortlichen in Deutschland vorsichtig optimistisch. Wichtige Entscheidungen seien bereits auf dem Gipfel im vergangenen Jahr in Den Haag getroffen worden, und das Treffen in Ankara werde sich darauf konzentrieren, einen geordneten Übergang der NATO in ihre nächste Phase zu gestalten.
Es wird eine klare Erklärung aller 32 NATO-Mitglieder zur Bedrohung durch Russland erwartet, nicht nur für die Ukraine, sondern auch für das Bündnis selbst, so ein deutscher Vertreter.
Als großes Hindernis wird die Haltung Spaniens erwartet, da Madrid sich gegen das Ziel der NATO zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben wehrt. Deutsche Vertreter argumentieren, dass Madrid nicht erwarten könne, von den europäischen Partnern politisch abgeschirmt zu werden. Stattdessen bestehen sie darauf, dass eine gerechte Lastenteilung erforderlich sei und Spanien sich auf eine schwierige Debatte einstellen müsse.
(cm)