Mehrere Länder fordern schärfere EU-Regeln für Privatjets
In einem gemeinsamen Schreiben an die EU-Kommission fordern Österreich, Frankreich und die Niederlande eine strengere Regulierung spritfressender Flüge mit Privatjets.
In einem gemeinsamen Schreiben an die EU-Kommission fordern Österreich, Frankreich und die Niederlande eine strengere Regulierung spritfressender Flüge mit Privatjets.
Der Brief wurde auf Initiative des österreichischen Umweltministeriums verschickt.
„Privatjetflüge sind ein Hobby der Superreichen. Es kann aber nicht sein, dass wir alle dafür bezahlen. Denn jeder Flug mit einem Privatjet ist besonders klimaschädlich“, betonte die österreichische Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) gegenüber der Nachrichtenagentur APA.
Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, dass unter anderem der Luftverkehr in der EU bis 2050 klimaneutral werden soll.
Österreich hat zudem das Thema Eigenkapital bei Privatjet-Flügen auf die Tagesordnung des anstehenden EU-Verkehrsministertreffens am 1. Juni gesetzt.
Laut einer Ende März veröffentlichten Analyse des Forschungsinstituts CE Delft ist die Zahl der Privatflüge in Europa im vergangenen Jahr um 64 Prozent auf 572.806 gestiegen.
In Österreich sind derzeit 227 aktive Privatflugzeuge registriert, wie aus einem ein Greenpeace-Bericht hervorgeht, der die österreichische Privatjet-Branche untersucht hat.
Diese verursachten laut Greenpeace in den vergangenen vier Jahren insgesamt mindestens 407.000 Tonnen CO2-Emissionen, flogen rund 96 Millionen Kilometer und umkreisten damit 2.399 Mal die Erde.
Kürzlich schlug Greenpeace Österreich auch wegen des jüngsten Inventarberichts des Umweltbundesamtes Alarm, der Szenarien zur Treibhausgasentwicklung bis 2030 entwirft.
Die österreichische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 CO2-Neutralität zu erreichen. Dem Bericht zufolge wird sie jedoch lediglich in der Lage sein, ihre CO2-Emissionen bis 2050 um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Damit wird es voraussichtlich nicht einmal gelingen, die weniger ehrgeizigen EU-Ziele für die CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen.