Montenegro will Ukraine bei EU-Kandidatur zu unterstützen
Das kleine Westbalkanland Montenegro hat seine Unterstützung für den EU-Kandidatenstatus der Ukraine bekundet. Es ist die erste ausdrückliche Befürwortung des Schritts von einem Staat des westlichen Balkans, die derzeit um ihre eigene EU-Perspektive fürchten.
Das kleine Westbalkanland Montenegro hat seine Unterstützung für den EU-Kandidatenstatus der Ukraine bekundet. Es ist die erste ausdrückliche Befürwortung des Schritts von einem Staat des westlichen Balkans, die derzeit um ihre eigene EU-Perspektive fürchten.
Nach Angaben des kroatischen Rundfunksenders HRT sagte Ministerpräsident Dritan Abazović während eines Telefonats mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: „Wir hoffen, dass die Ukraine den EU-Beitrittskandidatenstatus erhält, und Montenegro, als Vorreiter in diesem Prozess, ist bereit, fachliche und politische Hilfe zu leisten.“
Eine Erklärung der montenegrinischen Regierung fügte hinzu, dass Abazović die Einladung nach Kyjiw angenommen und einen gemeinsamen Besuch mit den Staats- und Regierungschefs aller westlichen Balkanländer vorgeschlagen habe, um seine Bereitschaft zu bekunden, so HRT.
Abazovićs Aussage ist die erste ausdrückliche Unterstützung der EU-Ambitionen der Ukraine durch den westlichen Balkan, eine Region, die sich ebenfalls um einen Beitritt zur EU bemüht. Seit einer Erklärung der EU im Jahr 2003, in der die EU-Perspektive der Region hervorgehoben wurde, geht es jedoch nur sehr langsam voran.
Das EU-Beitrittsgesuch der Ukraine gab Anlass zu Spekulationen in Brüssel, dass die Regierungen der Westbalkanstaaten dem Schritt skeptisch gegenüber stehen könnten.
Von den sechs Ländern des Westbalkans ist Montenegro mit seinem EU-Beitrittsantrag am weitesten fortgeschritten. Es leitete 2012 die Beitrittsgespräche ein und hat bisher alle 33 Verhandlungskapitel geöffnet, wobei drei vorläufig abgeschlossen sind.