NATO übertrifft Militärhilfe-Ziel: 50 Milliarden Euro für die Ukraine
Die NATO-Verbündeten investierten 2024 über 50 Milliarden Euro in Militärhilfe für die Ukraine – weit mehr als geplant. Deutschland bleibt dabei zahlenmäßig der zweitgrößte Unterstützer Kyjiws.
Die NATO-Verbündeten investierten 2024 über 50 Milliarden Euro in Militärhilfe für die Ukraine – weit mehr als geplant. Deutschland bleibt dabei zahlenmäßig der zweitgrößte Unterstützer Kyjiws.
Ursprünglich hatten sich die NATO-Mitglieder das Ziel gesetzt, der Ukraine Militärhilfe im Wert von 40 Milliarden Euro bereitzustellen – ein Betrag, den sie, laut internen Daten, die Euractiv vorliegen, nun deutlich übertroffen haben.
Das 40-Milliarden-Ziel war auf dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs im Juli 2024 festgelegt worden. Bereits im Oktober erklärte Generalsekretär Mark Rutte, dass die NATO-Hilfen im ersten Halbjahr auf Kurs waren.
Ursprünglich wurde die 40-Milliarden-Marke angesetzt, um das Niveau der Militärhilfe anzugleichen, das die NATO seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 jährlich bereitgestellt hatte.
Allein die Bundesregierung stellte im Jahr 2024 eine Summe von 7,1 Milliarden Euro zur Verfügung, die aus den Mitteln der Ertüchtigungsinitiative finanziert wurden. Darunter fallen auch die deutschen Beiträge der Europäischen Friedensfazilität (EPF), die den EU-Mitgliedstaaten ermöglicht, ihre Ausgaben für die militärische Unterstützung erstatten zu lassen.
Die NATO plant, die Gesamtsumme voraussichtlich diese Woche offiziell bekannt zu geben – im Rahmen eines Treffens der Verteidigungsminister am Donnerstag in Brüssel.
Waffenlieferungen und unklare Auswirkungen
Im vergangenen Jahr erhielt die Ukraine unter anderem US-amerikanische Kampfjets, Patriot-Luftabwehrsysteme und weitere militärische Ausrüstung.
Deutschland, nach der USA der zweitgrößte Unterstützer der Ukraine, lieferte seit Ausbruch des Krieges eine Vielzahl an militärischen Systemen an Kyjiw. Darunter auch schweres Gerät wie den Kampfpanzer des Typs Leopard, die Panzerhaubitze 2000, das Luftverteidigungsystem IRIS-T, sowie Drohnen und Drohnenabwehr.
Wie sich die bisherigen Waffen und 50 Milliarden Euro der NATO-Staaten in militärische Kapazitäten übersetzen lassen und Kyjiw einen strategischen Vorteil auf dem Schlachtfeld verschafft, ist schwer auszumachen.
Während Europas Staats- und Regierungschefs höhere Verteidigungsausgaben ankündigen, dürfte die NATO bestätigen, dass Europa 2024 60 Prozent der Ukraine-Hilfen stellte, die USA 40 Prozent. Auch diese Zahlen stammen aus den mit Euractiv geteilten Daten.
Obwohl die Zahlen verdeutlichen, dass die europäischen Nachbarn der Ukraine ihren Beitrag leisten, bleibt die Rolle der USA für die ukrainische Verteidigung unentbehrlich. Sollte diese unter US-Präsident Donald Trump reduziert werden, könnten europäische Staaten gezwungen sein, ihr Engagement für Kyjiw stark zu erhöhen.
Die neue US-Regierung hat zudem vorgeschlagen, dass die Ukraine amerikanische Militärhilfe im Gegenzug für den Zugang zu ihren seltenen Erden gewährt. Ukrainische Medien berichten von einem möglichen Treffen zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump in dieser Woche in Washington.
[OM/KN]