Österreichs Gasimporte aus Russland fallen auf 21 Prozent
Österreich, das vor dem Krieg in der Ukraine lange Zeit von russischem Gas abhängig war und damit zu den am stärksten abhängigen Ländern der EU gehörte, hat seine Gasimporte aus Russland auf 21 Prozent gesenkt, teilte die Regierung mit.
Österreich, das seit Jahrzehnten zu den am stärksten von Russland abhängigen Ländern der EU gehörte, hat seine Gasimporte aus Russland auf 21 Prozent gesenkt, teilte die Regierung mit.
Österreichs langjährige Abhängigkeit begann in den 1960er Jahren, als es fossiles Gas als Gegenleistung dafür erhielt, dass es auf Verlangen der Sowjetunion nicht dem Europäischen Wirtschaftsraum beitreten konnte. Vor dem Ukraine-Krieg importierte Österreich über 80 Prozent seines Gases aus Russland.
„Wir haben einen großen Schritt aus der Abhängigkeit von russischem Gas gemacht“, sagte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler am Montag (21. November). Nach Angaben der Regulierungsbehörde E-Control sei der Anteil des russischen Gases auf 21 Prozent gesunken, auf Jahressicht liege der Anteil aber weiterhin bei 60 Prozent.
„Wir sind noch nicht am Ende des Weges angekommen, wirklich frei sind wir erst, wenn wir ganz auf russisches Gas verzichten können“, so Gewessler.
Die Situation in Österreich spiegelt einen anhaltenden Trend in ganz Europa wider. Im vergangenen Monat sanken die Gasimporte der EU aus Russland zum ersten Mal seit Jahrzehnten auf unter 0,4 Milliarden Kubikmeter (bcm) pro Woche.
„Der Trend ist die letzten Monate relativ stetig nach unten gegangen“, so Leo Lehr von E-Control gegenüber dem Kurier. Gewesslers Ministerium führt die Abweichung auf Importe aus Deutschland und Italien zurück.
Die Oppositionsparteien sind mit den Berechnungen des Ministeriums nicht einverstanden. „So schön die Rechnung der Ministerin klingt, so undurchsichtig ist sie“, kritisierte die sozialdemokratische SPÖ.
Österreich ist derweil ebenfalls für den Winter gerüstet, da die Gasspeicher derzeit zu 95 Prozent gefüllt sind.
Von den neun Milliarden Kubikmetern an Gas, die eingespeichert sind, gehören vier zu nicht-österreichischen Speicherkunden – in der Schweiz (die über keine Gasspeicher verfügt) und in Bayern (das stark auf einen Drei-Milliarden-Erdgasspeicher in Salzburg angewiesen ist).