Prag setzt Visumsanträge für Russen aus

Die tschechische Regierung hat beschlossen, "die Bearbeitung von Visumanträgen für russische Bürger auszusetzen". Dies ist Teil der zusätzlichen nationalen Maßnahmen zur Ergänzung der EU-Sanktionen gegen Russland, wie der tschechische Premierminister Petr Fiala am Donnerstag mitteilte.

EURACTIV.cz
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Aus Protest gegen das Vorgehen Russlands und Belarus' hat Außenminister Jan Lipavsky die tschechischen Botschafter:innen in Russland und Belarus zu Konsultationen einbestellt. [<a href="https://www.shutterstock.com/es/image-photo/visa-stamp-travel-passport-immigration-macro-272670137" target="_blank" rel="noopener">Shutterstock/ Vinokurov Kirill</a>]

Die tschechische Regierung hat beschlossen, „die Bearbeitung von Visumanträgen für russische Bürger auszusetzen“. Dies ist Teil der zusätzlichen nationalen Maßnahmen zur Ergänzung der EU-Sanktionen gegen Russland, wie der tschechische Premierminister Petr Fiala am Donnerstag mitteilte.

Die Tschechische Republik hat außerdem beschlossen, ihre frühere Zustimmung zur Einrichtung von Generalkonsulaten der Russischen Föderation in zwei Städten Tschechiens – Brno (Brünn) und Karlovy Vary (Karlsbad) – zurückzuziehen.

Dies hat zur Folge, dass diese Konsulate ihre Tätigkeit sofort einstellen müssen und ihre Mitarbeiter:innen aus der Tschechischen Republik ausgewiesen werden.

Aus Protest gegen das Vorgehen Russlands und Belarus‘ hat Außenminister Jan Lipavsky die tschechischen Botschafter:innen in Russland und Belarus zu Konsultationen einbestellt. Die Tschechische Republik setzt auch die Aktivitäten der tschechischen Generalkonsulate in St. Petersburg und Jekaterinburg aus.

Gleichzeitig hat das tschechische Innenministerium einen Notfallplan für den Fall eines massiven Zustroms von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet. Darüber hinaus wird den im Land lebenden Ukrainer:innen eine Visumverlängerung gewährt.

„Ich bin hier im Namen der tschechischen Regierung, um den ukrainischen Bürgern, die sich auf unserem Territorium aufhalten, eine Garantie zu geben. Sie müssen sich keine Sorgen um Visaverlängerungen machen, Sie müssen sich keine Sorgen um die Wiedervereinigung mit Ihren Familien machen, Sie sind hier willkommen und Sie sind hier sicher“, sagte Fiala.

Unterdessen kündigten mehrere tschechische Milliardäre und Großunternehmen an, NGOs, die in der Ukraine humanitäre Hilfe leisten, in großem Umfang finanziell unterstützen zu wollen. An einem Tag wurden mehr als vier Millionen Euro gesammelt.