Rheinmetall-Chef warnt: Weltweite Luftabwehrvorräte schwinden aufgrund des Iran-Kriegs

Papperger erklärte dass „wir fast keine Raketen mehr zur Verfügung haben“, sollte der Krieg noch einen weiteren Monat andauern. „Ich denke, dass derzeit alle europäischen, amerikanischen und auch nahöstlichen Bestände leer oder fast leer sind“.

EURACTIV.com
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Israels Luftabwehrsystem Iron Dome fängt Raketen ab. [Foto: Majdi Fathi/NurPhoto via Getty Images]

Die weltweiten Bestände an Luftabwehrsystemen seien aufgrund des Krieges der USA und Israels gegen den Iran „leer oder fast leer“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall diese Woche.

Nach ersten Angriffen der USA und Israels reagierte der Iran mit einer Ausweitung des Krieges auf seine Nachbarländer und griff Golfstaaten an, in denen US-Stützpunkte stationiert sind. Die Zahl der Raketenangriffe ließ schnell Bedenken aufkommen, wie lange die kritischen Vorräte an Luftabwehrsystemen noch reichen würden.

Rheinmetall-CEO Armin Papperger erklärte gegenüber CNBC, dass er davon ausgeht, dass „wir fast keine Raketen mehr zur Verfügung haben“, sollte der Krieg noch einen weiteren Monat andauern. „Ich denke, dass derzeit alle europäischen, amerikanischen und auch nahöstlichen Bestände leer oder fast leer sind“, schätzte er ein.

Raketensalven und billige Langstrecken-Drohnen

Der Einsatz sowohl von Raketensalven als auch von billigen Langstrecken-Drohnen durch den Iran zwang die Länder der Region dazu, sich mit einer riesigen Menge kostspieliger Abfangraketen zu verteidigen.

Laut dem Wall Street Journal genehmigten die USA am Donnerstag Waffenverkäufe im Wert von fast 20 Milliarden Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Jordanien, darunter auch Luftabwehrsysteme.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte kürzlich fest, dass die USA und ihre Verbündeten in den ersten Tagen des Krieges gegen den Iran mehr Patriot-Abfangraketen eingesetzt hätten als während vier Jahren Krieg in der Ukraine, wobei jede davon mehrere Millionen Dollar koste.

Luftabwehrsysteme der gegnerischen Seite erschöpfen

Die daraus gezogene Lehre lautet laut Papperger, dass Drohnen eine neue, sehr kostengünstige Möglichkeit darstellen, die Luftabwehrsysteme der gegnerischen Seite zu erschöpfen.

US-Präsident Donald Trump erklärte kurz nach Kriegsbeginn, die USA verfügten über „praktisch unbegrenzte“ Mengen an Raketen. Auch israelische Regierungsvertreter geben an, dass sie sich keine Sorgen machen.

Unterdessen prüft die Europäische Kommission „neue politische Instrumente“, um die europäische Verteidigungsindustrie beim Ausbau ihrer Produktionskapazitäten zu unterstützen, unter anderem durch die Bevorratung von Munition.

(cm)