Scholz vertritt Macron beim EU-Gipfel
Der französische Präsident Emmanuel Macron wird am Donnerstag (19. Dezember) bei dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs von Bundeskanzler Olaf Scholz vertreten. Grund ist Macrons Reise zur Insel Mayotte, die von einem Wirbelsturm heimgesucht wurde.
Der französische Präsident Emmanuel Macron wird am Donnerstag (19. Dezember) bei dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs von Bundeskanzler Olaf Scholz vertreten. Grund ist Macrons Reise zur Insel Mayotte, die von einem Wirbelsturm heimgesucht wurde.
Der französische Präsident hat den Bundeskanzler Olaf Scholz beauftragt, die Interessen Frankreichs im EU-Rat zu vertreten – eine „etablierte Praxis“, die im bilateralen Abkommen von Aachen aus dem Jahr 2019 verankert ist, erklärte der Élysée-Palast.
Macron wird voraussichtlich am Mittwoch (18. Dezember) für einige Stunden am EU-Balkan-Gipfel in Brüssel teilnehmen, bei dem er ein bilaterales Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj abhalten wird.
Am Nachmittag soll er außerdem mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte telefonieren.
Es kommt selten vor, dass ein Staatsoberhaupt eine Tagung des EU-Rates auslässt. Jedoch vertrat Scholz bereits im Juni den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.
Frankreich beruft sich auf einen Fall höherer Gewalt angesichts der humanitären Katastrophe, die sich in der französischen Überseeregion Mayotte abspielt.
Der Zyklon Chido traf die Insel am vergangenen Wochenende mit voller Stärke und forderte nach offiziellen Angaben 22 Tote und über 1.000 Verletzte.
Die Angaben sind jedoch wahrscheinlich eine deutliche Unterschätzung, warnte der französische Innenminister Bruno Retailleau und sprach von „Hunderten, wenn nicht Tausenden Toten“.
Ein großer Teil der Einwandererbevölkerung, die von dem Inselstaat der Komoren (Ostafrika) stammt, folgt muslimischen Ritualen, die eine Bestattung der Toten innerhalb von 24 Stunden vorschreiben. Dadurch ist eine zuverlässige Schätzung der Opferzahlen nahezu unmöglich.
Aktuell gehen die Wasservorräte zur Neige, und in mehreren Teilen der ärmsten Region Frankreichs ist die Stromversorgung unterbrochen.
Macron bestätigte, dass alle Notfallmaßnahmen umgesetzt werden, und kündigte eine nationale Trauerfeier an.
Der neu ernannte Premierminister François Bayrou bestätigte am Dienstag (17. Dezember), dass Frankreich Maßnahmen im Rahmen des EU-Fonds für regionale Soforthilfe für den Wiederaufbau (RESTORE) ergreifen werde.
[Bearbeitet von Martina Monti/Kjeld Neubert]