Scholz will Kanzler werden
Seit 1998 hat die SPD die Hälfte ihrer Wählerstimmen eingebüßt. Doch laut Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz will sie den nächsten Kanzler stellen. Er selbst traut sich das Amt zu.
Seit 1998 hat die SPD die Hälfte ihrer Wählerstimmen eingebüßt. Laut Umfragen befindet sie sich weiterhin im freien Fall. Doch laut Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz will sie den nächsten Kanzler stellen.
Mit welcher Strategie dieses ambitionierte Ziel verfolgt werden soll, bleibt abzuwarten. Zunächst droht im Mai auch bei den EU-Wahlen ein zweistelliger Stimmverlust. Umfragen sagen den Sozialdemokraten zweistellige Verluste und ein Ergebnis von nur mehr 16,5 Prozent voraus. Das würde ein Kopf an Kopf-Rennen mit Grünen und AfD um Platz 2 bedeuten. Platz 1 scheint jedoch unerreichbar.
Sollte es mit der SPD-Kanzlerschaft nach den nächsten Bundestagswahlen dennoch klappen, würde Scholz das Amt gerne selbst übernehmen: Auf die Frage, ob er sich diesen Job zutraue sagte er laut Nachrichtenagentur afp: „Ja. Frau Kramp-Karrenbauer hat gerade gesagt, dass von einer Parteivorsitzenden erwartet wird, dass sie sich das Amt zutraut. Für einen Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland gilt das Gleiche. Weder bei der Union noch bei uns steht diese Frage heute aber an.“
Im Hinblick auf eine mögliche Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl verwies der Finanzminister auf seine persönlichen Beliebtheitswerte: „Wenn man Umfragen trauen darf, zähle ich schließlich zu den Politikern mit hoher Unterstützung bei Bürgerinnen und Bürgern und SPD-Anhängern.“ Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz hatte sich kürzlich für eine solche Urwahl ausgesprochen und in seiner Partei Zuspruch für den Vorschlag erhalten.