Selenskyj: Türkei untersagt russischen Kriegsschiffen Durchfahrt
Laut Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat sich die türkische Regierung am Samstag (26. Februar) bereiterklärt, die Meerenge am Bosporus für russische Kriegsschiffe zu schließen. Damit wird die russische Schwarzmeerflotte von der Versorgung abgeschnitten.
Laut Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat sich die türkische Regierung am Samstag (26. Februar) bereiterklärt, die Meerenge am Bosporus für russische Kriegsschiffe zu schließen. Medienberichten zufolge bestreitet die Türkei dies jedoch.
Mit der Schließung würde die russische Schwarzmeerflotte von der Versorgung abgeschnitten.
Noch gestern hatte die Türkei einem solchen Ersuchen der Ukraine eine Absage erteilt und mitgeteilt, dass den russischen Kriegsschiffen weiterhin das Durchfahrtsrecht gewährt wird.
Laut Selenskyj habe der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der Schließung der Meerenge für russische Kriegsschiffe allerdings jetzt doch grünes Licht gegeben.
„Ich danke meinem Freund, dem Präsidenten der Türkei, Erdogan, und dem türkischen Volk für ihre starke Unterstützung“, sagte Selenskyj auf Twitter.
„Das Verbot der Durchfahrt russischer Kriegsschiffe ins Schwarze Meer und die umfangreiche militärische und humanitäre Unterstützung für die Ukraine sind heute äußerst wichtig. Die Menschen in der Ukraine werden das nie vergessen!,“ sagte der ukrainische Präsident weiter.
I thank my friend Mr. President of 🇹🇷 @RTErdogan and the people of 🇹🇷 for their strong support. The ban on the passage of 🇷🇺 warships to the Black Sea and significant military and humanitarian support for 🇺🇦 are extremely important today. The people of 🇺🇦 will never forget that!
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) February 26, 2022
Allerdings bestritten türkische Medienberichte, unter Bezugnahme auf hochrangige türkische Beamte, Selenskyjs Aussage. Demnach hätte die Türkei keine Zusicherung zur Schließung der Meerenge für russische Kriegsschiffe erteilt.
Die Verbindung zum Schwarzen Meer hat für Russland strategische Bedeutung. Denn einer der wesentlichen Versorgungspunkte der Schwarzmeerflotte ist der in Syrien gelegene russische Militärstützpunkt Tartus.
Durch eine Blockade könnte die Versorgung der russischen Kriegsschiffe daher stark erschwert werden.
Seit dem 1936 unterzeichneten Vertrag von Montreux erhielt die Türkei die volle Souveränität über den Bosporus und die Dardanellen. Zwar wird Handelsschiffen in dem Vertrag freie Durchfahrt durch die Meerenge garantiert, für Kriegsschiffe gibt es allerdings Sonderregelungen. So kann die Türkei etwa im Kriegsfall oder wenn sie sich besonders bedroht fühlt das Durchfahrtsrecht für Kriegsschiffe aussetzen.
Bislang hatte sich die Türkei im Ukrainekrieg äußerst zurückhalten gezeigt. Das Land unterhält sowohl mit der Ukraine als auch mit Russland enge Beziehungen. Deshalb hat das NATO-Land Sanktionen gegen Russland bislang ausgeschlossen. Zwar sagte der türkische Präsident gestern, dass er den Angriff Russlands „aufrichtig bedauere“ und dass er einen „Bruch des Völkerrechts“ darstelle, zu Sanktionen wollte sich Erdogan aber nicht äußern.
„Wir haben immer gesagt, dass Sanktionen im Prinzip keine Probleme lösen“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu der Zeitung Hürriyet am Freitag.