Ukrainer in Deutschland wegen russischer Sabotagepläne verurteilt

Der Plan sah vor, Testpakete mit GPS-Trackern in die Ukraine zu versenden. Das Gericht erklärte, der 30-jährige Ukrainer habe „zuletzt in der Schweiz gewohnt“ und sich der „Spionage zum Zwecke der Sabotage“ schuldig gemacht.

AFP
National Security Proceedings Against Suspected Russian Agents
Einer der Angeklagten in dem Prozess wegen Verletzung der nationalen Sicherheit. [Foto: Marijan Murat/picture alliance via Getty Images]

Ein deutsches Gericht hat am Dienstag einen Ukrainer wegen Spionage für Russland und der Unterstützung bei der Vorbereitung möglicher Sabotageakte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt.

Das Gericht in Stuttgart sprach zwei weitere ukrainische Männer frei, die wegen desselben Komplotts vor Gericht standen. Dabei ging es um den Versand von Testpaketen mit GPS-Sendern in die Ukraine – ein Plan, der nach Ansicht des Gerichts darauf abzielte, „Verkehr und Infrastruktur zu stören“.

Das Gericht erklärte, der 30-jährige Ukrainer habe „zuletzt in der Schweiz gewohnt“ und sich der „Spionage zum Zwecke der Sabotage“ schuldig gemacht.

Die Zeit, die er bereits in Untersuchungshaft verbracht hat, wurde jedoch auf seine Strafe angerechnet, sodass er nun freigelassen wird.

Der wichtigste Verbündete der Ukraine

Deutschland ist der wichtigste Verbündete der Ukraine im Kampf gegen die großangelegte Invasion Russlands und befindet sich in höchster Alarmbereitschaft hinsichtlich mutmaßlicher Sabotage- und Spionageoperationen, die von Moskau ausgehen.

Anfang dieses Monats wurde in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs am Flughafen Leipzig-Halle, einem wichtigen Drehkreuz für den Transport von militärischer Ausrüstung, eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt.

Innenminister Alexander Dobrindt bezeichnete den Vorfall als „hybrides Angriffsszenario“, an dem möglicherweise eine „ausländische Macht“ beteiligt sei, nannte Russland jedoch nicht namentlich.

(cm)