Serbischer Präsident nimmt an Srbrenica-Gedenkfeier teil

In einer mutigen Geste der Versöhnung nahm der serbische Präsident Boris Tadi? gestern (11. Juli) an einer Zeremonie teil, die den 15. Jahrestag des Srebrenica-Massakers in Bosnien markierte. Bei dem Massaker wurden 1995 Tausende von Muslimen durch Serben ermordet.

In einer mutigen Geste der Versöhnung nahm der serbische Präsident Boris Tadi? gestern (11. Juli) an einer Zeremonie teil, die den 15. Jahrestag des Srebrenica-Massakers in Bosnien markierte. Bei dem Massaker wurden 1995 Tausende von Muslimen durch Serben ermordet.

Präsident Tadi? erhielt einen eisigen Empfang in Srebrenica, wo viele ethnische Muslime ihn ausbuhten, ihn einen „Affen“ nannten und einen „Mörder“, wie Euronews berichtete.

Im Gegenteil dazu empfing die Menge nahe des Poto?ari Gedenkzentrums bei Srebrenica den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdo?an mit Enthusiasmus.

Tadi? drückte sein Bedauern aus über die Kriegsverbrechen und legte einen Kranz bei dem Gedenkgebäude nieder, auf dem stand: „An die unschuldigen Opfer, vom Präsident Serbiens Boris Tadi?.“

In seiner Rede über den Hauptschuldigen der Gräueltaten, General Ratko Mladi? der Armee der Republika Srpska, der noch immer auf der Flucht ist und sich anscheinend irgendwo in Serbien versteckt hält (siehe Background) sagte Tadi?:

„Mit der Festnahme von General Mladi? wüsste ich, dass meine Arbeit getan ist. Wir brauchen dies für unsere Zukunft, um Vertrauen aufzubauen und für die kommenden Generationen.“

Im März gab das serbische Parlament eine Erklärung heraus, in der sie sich für das Srebrenica-Massaker entschuldigte (EURACTIV 31.03.10).

In seiner Ansprache beschrieb der türkische Premierminister Erdo?an die Erklärung des serbischen Parlaments als eine „wahrhaft historische Entscheidung für eine gemeinsame friedliche Zukunft“ im Balkan.

„Tadi?s Anwesenheit hier ist auch ein historischer Schritt für unsere aufgeklärte Zukunft, es ist ein historischer Schritt für die Welt, aus der wir Frieden schaffen möchten. Ich glaube, dass Srebrenica, als ein Ort, an dem die Ehre der Menschheit verschwand, auch der Ort sein wird, an dem diese Ehre wiederkehren kann“, sagte Erdo?an laut der Tageszeitung Zaman.

Der türkische Premier bezog sich auf das Scheitern der UN- und niederländischen Friedenstruppen, das Massaker zu verhindern, welches in einem so genannten sicheren Hafen stattfand, der von der internationalen Gemeinschaft geleitet wurde.

In Srebrenica steckten Begriffe wie das „Gewissen der Menschheit“ sowie „sicherer Hafen“ und „internationale Friedenstruppen“ ein paar schlimme Beulen ein, so Erdo?an.

Unter den Teilnehmern der Zeremonie waren der belgische Premierminister Yves Leterme, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft hält, der französische Außenminister Bertrand Kouchner, der Sonderbeauftragte der EU und Hohe Repräsentant in Bosnien Valentin Inzko und der kroatische Präsident Ivo Josipovic.

Der Präsident der bosnischen Muslime Haris Silajdzic nahm Teil, nicht jedoch Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska.