Slowakei rügt Orban für "Infragestellung territorialer Souveränität"
Die Beziehungen zwischen den beiden Višegrad-Staaten Ungarn und Slowakei sind derzeit stark angespannt. Denn der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hatte den Nachbarstaat als "einen Teil des Landes, das uns genommen wurde" bezeichnet.
Die Beziehungen zwischen den beiden Višegrad-Staaten Ungarn und Slowakei sind derzeit stark angespannt. Denn der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hatte den Nachbarstaat als „einen Teil des Landes, das uns genommen wurde“ bezeichnet.
Die Aussagen von Orbán in Tusványos löste weitreichende Kritik der Nachbarländer aus.
„Jede Infragestellung der territorialen Integrität der Slowakei ist inakzeptabel. Solche Äußerungen sind nicht gut für die bilateralen Beziehungen und helfen auch nicht der ungarischen Minderheit in der Slowakei“, sagte der slowakische Premierminister Lajos Ódor.
Das slowakische Außenministerium hatte zuvor den ungarischen Botschafter in der Slowakei, Csaba Balogh, einbestellt, um ihm mitzuteilen, warum die Äußerungen Orbáns für die Slowakei inakzeptabel sind.
In seiner Rede an der Freien Sommeruniversität Tusványos am vergangenen Wochenende kritisierte der ungarische Ministerpräsident Orbán auch die ungarische Minderheit in der Slowakei. Denn obwohl die 10 Prozent der Gesamtbevölkerung stellt, ist sie nicht im Parlament vertreten. Schuld dafür sei die Minderheit selbst, weil sie nicht entlang ethnischer Linien wählen würde.
Er sagte, dies sei eine „schlechte Leistung“ und „es muss mehr getan werden, wenn die Menschen in den Regionen, die uns genommen wurden, für ihre Heimat arbeiten wollen.“
Auch der ungarische Botschafter in Bukarest wurde am Montagmorgen in das rumänische Außenministerium einbestellt. Bukarest war verärgert darüber, dass Orbán sich öffentlich zu dem Aufruf zur Zurückhaltung geäußert hatte, den ihm das Ministerium vor seinem Besuch in Rumänien auf diplomatischem Wege übermittelt hatte.
Orbáns Rede wurde auch vom tschechischen Premierminister Petr Fiala kritisiert.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]